SV Borussia Emsdetten: Borgelt-Team fehlt nur ein Tor
COESFELD Als Markus Seyer in der 86. Minute aus 17 Metern abzog und den Pfosten traf, zitterte das Borussentor. Zum ersten und zum letzten Mal in diesem Spiel. Fast hätte Seyer mit seinem Sonntagsschuss die Partie auf den Kopf gestellt.
Auf Kaptän Marcel Langenstroer (l.) mussten die Borussen am Sonntag verzichten, er wurde nach seiner Roten Karte in Hiltrup für vier Wochen gesperrt. (Foto: Bernd Oberheim )
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Denn der Rest des Spiels gehörte ausschließlich den Borussen. Sie lieferten das (fast) perfekte Fußballspiel - nur ein Tor fehlte. Einmal zitterte das Borussentor, Coesfeld zitterte sich 90 Minuten lang zum Remis.
Die Rot-Weißen - erstmals in dieser Spielzeit in Bestbesetzung - zeigten entsprechend auch die beste Saisonleistung. Das begann in der Defensive, die auch nicht das Geringste zuließ. Torhüter Florian Haude war fast schon dankbar, wenn er einmal eine Rückgabe erhielt - war ansonsten arbeitslos.
Nach vorne hin spielten die Borussen mit Tempo, waren aber bei Ballverlust immer gleich im Rückwärtsgang, eroberten verlorene Bälle meist postwendend zurück. Vielleicht aber hätte das Team noch mehr über die Außen spielen sollen, versuchen sollen, die Coesfelder von dort zu knacken.
Manko im Abschluss
Das große Manko aber war der Abschluss. Die erste Chance hatte Marcus Meinigmann in der 18. Minute. Nach einem Steilpass von Nico Niemeier zog er aus 17 Metern ab, doch Keeper Nils Berding war mit beiden Fäusten zur Stelle. In der 36. Minute spielte Michael Rintelen in den Lauf von Jan Kortevoß, doch wieder blieb Berding Sieger. Eine Minute später flankte Moritz Uphoff von links, doch das Leder strich Jan Kortevoß über den Schädel. Dann probierte es Marcus Meinigmann noch einmal aus 16 Metern, stellte Nils Berding aber vor keine großen Probleme (43.).
Auch nach Wiederanpfiff konnte sich Coesfeld nicht dazu entschließen, an diesem Spiel teilzunehmen. Nach einer Rechtsflanke von Michael Rintelen köpfte Jan Kortevoß frei stehend meterweit über den Kasten. "Dabei trainieren wir das Kopfballspiel so intensiv ..." ärgerte sich Trainer Robert Borgelt.
Nur in eine Richtung
Und weiter ging's in eine Richtung. 64 Minuten waren gespielt, als Marcus Meinigmann aus halbrechter Position abzog, das Gehäuse aber um Zentimeter am langen Eck verfehlte. Borussia drängte und drängte, bis der Ball in der 86. Minute dann endlich im Tor lag. Nach einem Missverständnis zwischen Nils Berding und René Aguilar hatte Marcus Meinigmann freie Bahn und drückte die Kugel ins leere Tor. Aber der gute Schiri Sören Storks aus Velen wollte ein Foul des Borussen gesehen haben und gab den Treffer nicht. Und hatte wohl recht: Die Proteste hielten sich sehr in Grenzen ...
Im Gegenzug der Pfostenschuss von Markus Seyer, der bei Coesfeld plötzlich noch einmal neue Kräfte freisetzte. In den letzten vier Minuten war die Partie daher ausgeglichen. In vier von 90 Minuten zeigte Eintracht Coesfeld plötzlich Landesligaformat.
Und die Borussen? Sie machten am Sonntag deutlich, wozu sie spielerisch und kämpferisch in der Lage sind. Wenn es Robert Borgelt jetzt tatsächlich gelingt, Konstanz in die Leistung des Teams zu bringen, dann dürfen sich die Fans auf eine rauschende Rückrunde freuen. Und Tore fallen dann irgendwann von alleine.










