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Medienhaus Lensing
07.02.2012 15:40 Uhr
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Bundesligist SK Turm gewinnt gegen Mülheim mit 4,5:3,5: Riesige Sensation zum Start

EMSDETTEN Samstag und Sonntag - am Doppelspieltag in der Schach-Bundesliga - da schwankte die Stimmung bei Spielern und Fans des Schach-Klub Turm zwischen "Himmel hoch jauchzend" - und "zu Tode betrübt".Von Peter Ortmeier

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Mikheil Mchedlishvili (Foto) holte am Samstag ein Remis gegen Mülheim, am Tag darauf einen vollen Punkt gegen Großmeister Klaus Bischoff aus Essen. (Foto: Bernd Oberheim)

Nach zwei eher sensationellen Punkten am Samstag gegen den Bundesliga-Tabellenfünften Mülheim warteten am Tag darauf im Turm-Lager alle auf einen doppelten Punktgewinn gegen die nominell schwächeren Katernberger, doch Hoffnungen und Träume auf einen rundum erfolgreichen Doppelspieltag zerstoben - nach der 3,5:4,5 Niederlage gegen aus Essen. Der ganz große Befreiungsschlag des SK Turm im Abstiegskampf war am 8. und 9. Spieltag misslungen.

Ein Wahnsinss-Spiel

Dabei hatte alles am Samstag so hervorragend angefangen. Zunächst erhielten über 40 Kinder in der Villa S. ihre Schachdiplome (die EV berichtete), was ein Beweis für die hervorragende Jugendarbeit des Schachvereins ist. In der Schalterhalle der Verbund/Sparkasse gab anschließend - nach kurzen Begrüßung durch Turm-Spielführer Reinhard Lüke - die mit erst sieben Jahren zu den jüngsten Nachwuchstalenten des SK Turm gehörende Sophia El Abed unter großem Beifall der Zuschauer um genau 14 Uhr die Bretter frei.

Welch eine Besetzung beim Gegner...

Der SK Turm musste sich an diesem Tag mit einem scheinbar übermächtigen Gegner aus Mühlheim messen. Der Turm-Gegner trat - nach Einschätzung der anwesenden Schachexperten - in Emsdetten mit der wohl besten Aufstellung seiner bisherigen Bundesliga-Geschichte an. Sieben der acht Spieler aus Mühlheim hatten eine Wertungszahl jenseits der 2 600 oder gar 2 700 Elo-Punkte. Das waren Zahlen, mit denen sich die Turm-Spieler - mit Ausnahme des niederländischen Ausnahme-Könners Anish Giri - nicht messen können. Doch wie so oft im Sport liegt die "Wahrheit auf dem Platz" - oder halt auf den Brettern. Mit viel Können, großem Kampfgeist und dem notwendigen Quentchen Glück gelang dem SK Turm die große Überraschung - der 4,5:3,5-Sieg.

Paukenschlag kam früh

Nach einem schnellen Remis durch Mikheil Mchedlishvili am 2. Brett kam es zum größten Paukenschlag des gesamten Wochenendes. Jonny Hector am 4. Brett hatte gegen den enorm starken russischen Großmeister Boris Grachev ein ausgeglichenes Turm-Endspiel erreicht. "Chef-Analyst" Werner Beckemeyer - selbst Internationaler Meister - prognostizierte jedoch im Analyseraum eher einen Sieg des Mülheimers, da dieser doch als absoluter Experte für derartige Stellungen gilt.

Beckemeyer lag falsch

Doch nur zwei Züge später "patzte" der Mülheimer in schier unglaublicher Art und Weise und gab die Partie direkt auf. Dieser "Bonus-Punkt - wie Jonny Hector seinen unerwarteten Sieg im anschließenden Interview nannte - sollte letztendlich den Kampf entscheiden.

Brenzliche Lage für Anish

In der Spitzenpartie konnte sich Anish Giri an Brett 1 gegen den französischen Ausnahmespieler Maxime Vachier-Lagrave durch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten noch aus einer äußerst brenzligen Lage befreien. Nach einem Opfer des Franzosen reagierte Anish Giri - nach eigenen Aussagen - zunächst mit dem schlechtesten aller möglichen Züge, doch dann kämpfte er sich ins Spiel zurück und holte einen ganz wichtigen halben Punkt.

Anish Giri müsste kämpfen

Denn in zwei weiteren Partien sah es richtig gut fürden SK aus, was sich dann auch bewahrheiten sollte. Zunächst zeigte der Internationale Meister Dennis Breder am 8. Brett seine ganze Klasse und gewann nach souveränem Spiel sicher und verdient. Als dann auch noch Roeland Pruijssers an Brett sechs - letztlich unerwartet - gegen den weitaus stärkeren Großmeister Konstantin Landa einen vollen Punkt holte, war beim 4:1 ein Remis für den SK Turm schon sicher.

Burg macht`s perfekt

Den noch nötigen halben Punkt zum Gesamterfolg holte am 7. Brett der niederländische Internationale Meister Twan Burg. Nach einer zwischenzeitlich für ihn ungünstigen und schwierigen Stellung kämpfte Twan Burg verbissen um "jedes Feld". Und das reichte am Ende zum Remis. Erleichterung und Freude im Lager des SK Turm.

Zwei Niederlagen - egal!

Die beiden Niederlagen an den noch ausstehenden Brettern konnten da locker verschmerzt werden. Der junge schwedische Großmeister Nils Grandelius (Brett 3) wie auch Daan Brandenburg (Brett 5) mussten die Überlegenheit ihrer Gegner anerkennen und ihre Partien aufgeben. Das Endergebnis stand längst fest - SK Turm schlägt Mülheim mit 4,5:3,5.



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