SV Borussia Emsdetten: Zwei Rote - Keine Punkte
VREDEN Es war im Grunde ein typisches 0:0-Spiel: Die Abwehrreihen dominierten am Sonntag deutlich die Partie zwischen der Spielvereinigung Vreden und Borussia Emsdetten.
Yuzuru Okuyama (2. v. l.) bereitete das 1:0 für die SpVgg Vreden vor. Marcel Langenstroer (l.) sah in der 55. Minute die Ampelkarte. (Foto: Michael Schley)
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Doch da die Hintermannschaft der Borussen in der 40. Minute ein einziges Mal patzte, gab es doch einen Sieger: Bastian Bone nutzte die Unkonzentriertheit und Inkonsequenz der Rot-Weißen und hämmerte den Ball aus zehn Metern in die Maschen.
Dass es keine Punkteteilung gab, hatte aber noch einen zweiten Grund. Denn auch Vredens Deckung war ein-, zweimal nicht auf der Höhe. Doch die Borussen haben derzeit keinen Stürmer, der aus solchen Chancen Kapital schlägt.
Chance versiebt
Schon in der 10. Minute hätte die Führung für Borussia fällig sein müssen. Nach einer Abseitsstellung der Vredener wurde der Freistoß blitzschnell ausgeführt, Marcus Meinigmann flitzte über den rechten Flügel, brachte den Ball flach vor das Tor. Dort verfehlte Michael Rintelen zunächst das Leder, und Jan Kortevoß brachte das Kunststück fertig, den Ball aus drei Metern weit über die Kiste zu schaufeln.
Starke Defensive
Da beide Mannschaften in der Folgezeit exzellente Defensivarbeit verrichteten, blieb das bis zur 40. Minute die einzige Chance des Spiels. Und dann rappelte es auf der Gegenseite - genau das war Sonntag der Unterschied.
Die größeren Spielanteile hatten vor dem Wechsel die Borussen, nach Wiederanpfiff sollte die Aufholjagd gestartet werden. Doch die wurde nach 55 Minuten jäh unterbrochen.
"Das war nicht einmal ein Foul", beschreibt Marcel Langenstroer die Szene, in der sein Gegenspieler laut schreiend zu Fall kam. "Schrei hier doch nicht so rum", beschied "Cello" dem Vredener und versuchte, ihn wieder aufzuheben. Der aber wehrte sich vehement, Schiri Maik Koch griff in seine Brust- und dann in seine Batzentasche - Ampelkarte für Marcel Langenstroer. Völlig überzogen selbstverständlich. Aber hätte der Kapitän nicht doch einfach wegbleiben sollen, nachdem er sieben Minuten zuvor die Gelbe Karte gesehen hatte?
Neun Borussen
Doch damit nicht genug. Die Atmosphäre war jetzt aufgeheizt. In der 70. Minute rannte Alexander Nowitzki seinem Gegenspieler Mike Holtheuer hinterher, holte die Sense raus, trat ihm im Mittelfeld von hinten in die Beine. Diesmal hatte Schiri Koch kaum eine Wahl - knallrot.
Neun Borussen gegen elf Vredener. Die Partie war jetzt endgültig verloren. Allerdings wehrten sich die Rot-Weißen mit Händen und Füßen. Und so hätte ein Freistoß von Steffen Herting, den Keeper Christian Wissing über die Latte lenkte in der 82. Minute fast den Ausgleich bedeutet.
Hase und Igel
Alles andere hatte aber nun etwas vom "Hasen und dem Igel". Wo immer die Borussen auch hinwollten, die Vredener waren schon da. Und räumten bei Standards hinten mit ihrer Kopfballstärke ab.
Andererseits: Die Gastgeber machten aus ihrem Überzahlspiel viel zu wenig. In der Schlussphase hatten Georg Geers (85.) und Daniel Terbeck (90.) beste Konterchancen. Ersterer scheiterte am klasse reagierenden Torhüter Kevin Brock, der Zweite drosch den Ball neben das Tor. Das war schon kläglich.
Und machte irgendwie deutlich, dass der Sieg für Vreden nicht nur wegen der Spielanteile glücklich war: Im Grunde scheint die Mannschaft offensiv genauso wenig wert zu sein wie Borussia. Und hatte in der 40. Minute vielleicht schlicht und einfach pures Glück.
Mehr zum Spiel steht am Montag in der Printausgabe der Emsdettener Volkszeitung.










