Nach Zoff im Internet: Massenschlägerei unter Mädchen
SAERBECK Zu einer außergewöhnlichen Massen-Schlägerei kam es am Sonntag Nachmittag. Im Internet hatten sich zwei 13 und 14 Jahre alte Mädchen gestritten und dann beschlossen, den Streit in Saerbeck handfest auszutragen. Doch zu dem Treffen erschienen noch mehr Jugendliche.
Zu einem Verkehrsunfall kam es an der Autobahnauffahrt. (GZ-Foto prf)
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Die Presseinformation der Polizei zu diesem merkwürdigen Fall liest sich wie eine Meldung aus einer fremden Welt: Am Sonntag hatten sich zwei Mädchen (14 und 13 Jahre alt) im Internet in einem Chatroom getroffen. Da unterhält man sich normalerweise mittels Computer mit Gleichaltrigen, tauscht sich aus, albert rum, macht Scherze und schreibt kurze Nachrichten über alles, was junge Menschen interessiert.
Persönliches Treffen vereinbart
Am Sonntag ging das „Gespräch“ zwischen den beiden jungen Mädchen in die Hose: Es gab Krach, man hat sich gegenseitig beleidigt. Die Sache schaukelte sich hoch, soweit, das die beiden – heute sagt man wohl „Zicken“ per Computer ein persönliches Treffen vereinbarten. Aus dem Streit mit Worten sollten ein Streit mit Fäusten werden.
Die beiden Mädchen waren mit ihrem Krach nicht alleine: Viele andere Chatroom-Besuchern waren live dabei, verfolgten den Streit am Rechner. Und eine ganze Horde Jugendlicher aus der Region rund um Saerbeck trafen sich schlussendlich am Sonntagnachmittag auf dem Kindergartenspielplatz am Birkenweg. Die Polizei berichtet, dass rund 40 Kinder und Jugendliche dabei waren.
Alkohol im Spiel
Von der Computerwelt in die reale Welt, das hieß auch, dass zu diesem Treffen von den Jugendlichen harte alkoholische Getränke mitgebracht und auch getrunken wurden. Auf dem Spielplatz in Saerbeck bildeten sich zwei Gruppen, die ihren aufgebauschten Streit weiter hoch schaukelten. Erst mit Worten. Danach mit Fäusten. Die Polizei beschreibt das mit erschreckenden Worten so: „Es kam im weiteren Verlauf zu körperlichen Auseinandersetzungen und Mitglieder der beiden Gruppen schlugen aufeinander ein.“
Ein Zeuge machte das einzig richtige: Er rief die Polizei.
Flucht der Beteiligten
Als der Einsatzwagen mit den Beamten kam, flüchteten die Beteiligten Jugendlichen in alle Richtungen. Die Polizei nahm zwei Beschuldigte vorläufig fest. Es waren ein 14-jähriges Mädchen aus Emsdetten und ein 13-jähriger Junge, ebenfalls aus Emsdetten. An Ort und Stelle konnten auch zwei Opfer, 13 und 11 Jahre alte Mädchen aus Saerbeck, festgestellt werden. 14 weitere Beteiligte der Schlägerei (aus Emsdetten, Saerbeck, Greven und Neuenkirchen) wurden von den Polizisten noch am Tatort bzw. im weiteren Tatortbereich angetroffen und die Personalien ermittelt.
Was nun wirklich genau passiert ist bei dieser Kinder-Keilerei, nach der ein 13 Jahre altes Mädchen im Krankenhaus in Emsdetten ambulant behandelt werden musste, steht noch nicht fest. Viele Vernehmungen werden nötig sein. Fest steht schon: Eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung liegt vor.
















