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Medienhaus Lensing
24.08.2010 17:35 Uhr
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Pokerfieber im Jugendzentrum: Bluffen wie Bond & Co.

LAER In Laer ist das Pokerfieber ausgebrochen. Stefan Raab machte das Glücksspiel durch TV Total salonfähig, James Bond spielte im Casino Royal um sein Leben. Seither ist das Kartenspiel vor allem bei jüngeren Leuten beliebt. Bei der offenen Pokernacht im Laerer Jugendzentrum drehte sich alles um den "Pot".Von Larissa Loges

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In Laer wird mit Profis gepokert. 

Das blonde Mädchen schiebt ein Häufchen Chips auf den glatten Holztisch. Gespannt mustert sie die anderen an dem langen rechteckigen Tisch: sieben Jungs und Haydar Koc, Leiter der Aktion im JUZ. Es bekommt zwei verdeckte Spielkarten, lugt vorsichtig dahinter. Verzieht keine Miene. Kim Fell (15) ist das einzige Mädchen bei der offenen Pokernacht in Laer. "Macht nichts", sagt sie selbstbewußt. "Ich kenne die anderen ja alle."

Pokerfieber

Seit rund einem Jahr ist die 15-Jährige im Pokerfieber. "Wenn man am Anfang gewinnt, will man mehr. Wieder gewinnen, besser spielen", erklärt die Jugendliche. Und weil die offene Pokernacht für Jugendliche ab 14 Jahren laut Koc eine spezielle Sommerferienaktion ist, gewinnt Kim ihre geldlose Spielpraxis bei Besuchen im JUZ, wo sie mit Freunden über Karten und Chips brütet.

Dann träumt das junge Mädchen von Assen, dem perfekten Bluff und echter Casino-Atmosphäre: "Ich würde schon gern mal in ein richtiges Casino gehen", erläutert Fell. Wer nun aber an zwielichtige Gestalten, große Bündel Geld und dicke Zigarren denkt, ist auf dem Holzweg. Nicht Kims Klasse: "Bei maximal dreihundert Euro wäre dann aber für mich ganz sicher Schluss. Das ist eine Menge Geld", überlegt das zierliche Mädchen. Trotzdem, "es macht schon ein wenig süchtig", gesteht der Teenager.

Besonderer Flair


Und was süchtig macht, ist nicht nur der Wunsch das Gefühl eines Gewinnmomentes zu wiederholen. Auch der besondere Flair beim Poker, der am vergangenen Freitag ab 21 Uhr bis tief in die Nacht hinein auch das Jugendzentrum erfüllte, beeindruckt Spieler und Publikum. Da heißt es am Tisch des Jugendzentrum eifrig "ich bin raus", "gehst du mit", "call" und manchmal auch "all in".

Die Jugendlichen lernen im JUZ nicht nur Regeln und Mathematik des Spiels, sondern auch Strategien und Körpersprache für den siegreichen Bluff.

Bluffen ist ein Muss

Denn eindeutig liegt der Reiz auch in der psychologischen Komponente des Spiels. Es kommt darauf an die Mitspieler zu lesen, bewusste und unterbewusste Zeichen zu deuten: die gekneteten Hände, der hastige Schluck aus der Colaflasche, das vorlaute Plappermaul, das plötzlich ganz ruhig wird. Steckt eine perfekte Hand dahinter? Oder ist alles nur Bluff?

Kim jedenfalls ist wachsam, schlägt sich wacker. Schließlich will sie immer besser werden, bis es eines Tages für das Spiel in einem echten Casino reicht - wenn möglich, ohne die angedachten 300 Euro zu verlieren.



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