Pfarrdechant Johannes Büll: Ein Rundgang mit dem neuen Pfarrer durch seine Gemeinde
HORSTMAR "Jesus sagte: Ich bin gekommen, um das Leben in seiner ganzen Fülle zu bringen" heißt es bei Johannes in der Bibel. Eine Lieblingsstelle von Johannes Büll. Der 49-Jährige wird am Sonntag als neuer Pfarrdechant für Horstmar und Leer eingeführt.
Keine Angst vor Begegnung: Freudige Begrüßung für den neuen Geistlichen in Leer durch Retriever "Bruno". (Foto: Bernd Schlusemann)
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Und Büll steht - wie der Westfale sagt - mit beiden Beinen im Leben. Den Eindruck gewinnt jeder sofort, der mit dem neuen Pfarrer ins Gespräch kommt. Die ersten Kontakte zu den Gläubigen in seiner neuen Gemeinde hat der Pfarrer in den vergangenen Tagen schon geknüpft, erste Eindrücke von den Menschen gewonnen. Seit rund zwei Wochen lebt Büll nun schon mit seiner 81-jährigen Mutter im Pfarrhaus an der Schlosstraße.
Beim Besuch dort stehen die letzten Umzugskartons noch im Flur und warten darauf, dass deren Inhalt in den "riesigen Räumen" des Pfarrhauses einen Platz findet. Nur ein Zimmer ist fertig eingerichtet: Das Arbeitszimmer des neuen Pfarrers.
Pflichtbewusst
Und als Büll mit dem Redakteur das Haus verlässt, informiert er Pfarrsekretärin Gudrun Spahn darüber, dass er geht - ein pflichtbewusster Mensch, der am Sonntag ab 14.30 Uhr feierlich als neuer Pfarrer von St. Getrudis begrüßt wird.
Beim Spaziergang durch seine neue Gemeinde führt der Weg Johannes Büll zunächst zur Gertrudis-Kirche. Zwischen Kirche und Stadtverwaltung bleibt er stehen. "Ich freue mich auf die kurzen Wege", meint der Pfarrer. Als dann die Glocken von St. Gertrudis 12 Uhr läuten, spricht Büll vom "fetten Geläut" und erklärt, dass die Glocken nach dem Krieg mit Naturalien - Schmalz und Getreide - bezahlt wurden.
Einladende Kirche
Etwa 12 Uhr war es im vergangenen Oktober auch, als Büll sich Horstmar und Leer anschauen kam, um zu überlegen, ob das eine Gemeinde für ihn wäre. Als der in der Liebfrauen-Gemeinde in Recklinghausen wirkende Pfarrer auf die große Eingangstür von St. Gertrudis zuging, öffnete sich diese wie von Geisterhand selber.
"Das fand ich sehr einladend", meint Büll, als er das Gotteshaus betritt. "Ganz, ganz viele Einzelheiten", habe er bei seinem ersten Besuch in der Kirche wahrgenommen. So etwa die "kleine Gertrudis in der Nische" oder die Schutzmantelmadonna von Gertrud Büscher-Eilert, mit Bildnissen aus der Gemeinde.
"Im guten Sinne eingebetet"
"Es ist ein Raum, der im guten Sinne eingebetet ist. Seit Jahrhunderten kommen die Leute hierher, mit allem was sie bewegt", meint Büll und spricht von der Kirche als Ort der Beheimatung und Kraftquelle. Positiv aufgefallen ist Büll, "dass ich, egal zu welcher Tageszeit, selten allein in der Kirche bin".
Der neue Pfarrer steht auf den Stufen vor dem Altar, blickt in die Bankreihen und ist sich sicher: "Hier kann man Gottesdienst feiern". Die Nähe zu den - wenn alle Bänke besetzt sind - 450 Gläubigen ist ihm dabei wichtig. Am jetzigen Sonntag werden sogar noch 120 zusätzliche Stühle aufgestellt.
Neugierig geworden
Auf dem Weg zum Pfarrzentrum Borchorster Hof weist Büll auf die schönen alten Häuser, die teilweise gerade saniert werden: "Da geschieht etwas, die Bürger haben Interesse daran, dass ihre Stadt schön ist. Da werde ich neugierig, wer darin wohnt", nickt der neue Pfarrer anerkennend mit dem Kopf.
"Gut dass das Altenzentrum in der Stadt ist, die Leute wollen auch mal raus und etwas sehen". - Auf dem Weg nach Leer führt die Route am Gertrudis-Haus vorbei. Dabei merkt Büll an, dass er eine Hauptaufgabe in der Seelsorge sieht und in Horstmar verwaltungstechnisch alles gut bestellt sei. Aber: "das Verwalten gehört dazu". Froh ist er, dass dabei "kompetente Leute" aus der Gemeinde an seiner Seite stehen.
Schon eine Messe in Leer gefeiert
In der Pfarrkirche in Leer fühlt sich Büll dann gleich wieder zuhause. Hier hat er schon mal eine Messe gefeiert. 1999 als Kreisjugendpräses des Kolpings. In Erinnerung geblieben ist ihm dabei die "große Hilfsbereitschaft", die er beim Kreisjugendtag in Leer erfahren hat. Heute wirkt die Kirche auf Büll aber viel heller und freundlicher. "Es ist sehr schön gelungen, die Kirche zu restaurieren und zu gestalten", lobt der neue Pfarrer.
Das große Altar-Bild der Kommunionkinder, die in Leer gerade vorgestellt wurden, wie auch in St. Gertrudis, ist für ihn ein wichtiges Zeichen: "Hier wird gelebt", spricht der Pfarrer von einer lebendigen Gemeinde. In beiden Gemeindeteilen hat Büll bereits den "ganz starken Zusammenhalt der Menschen und Gruppen wahrgenommen", zu denen auch er ab Sonntag gehören wird.
Offenheit und Herzlichkeit erfahren
"Ich erlebe so viel Offenheit und Herzlichkeit - die Leute haben Interesse", freut sich Büll auf seine neue Aufgabe und sieht diese im Wort des Konzilpapstes Johannes XXIII.: "Ich gehöre zu einer Kirche, die lebendig und jung ist und ihr Werk ohne Angst in die Zukunft hineinführt."
- Einen weiteren Bericht mit Zeitplan der Einführung von Johannes Büll lesen Sie in der Samstagsausgabe (11.2.2012) der Münsterschen Zeitung, Lokalausgabe Steinfurt.













