Geschwister-Buller-Straße: Fräulein Buller half allen
LEER Im Horstmarer Ortsteil Leer gibt es in der Nähe der Marienschule die Geschwister-Buller-Straße. Es waren die Geschwister Anna und Theresia Buller, die jahrzehntelang in der Gemeinde segensreich tätig waren und denen zu Ehren die Straße benannt wurde.
Das Kollegium der Marienschule in Leer Anfang der 50er Jahre( v.l.n.r.): Wilhelm Denkler, Theresia Buller, Hauptlehrer Alfred Neu, Johanna Ridder und Engelbert Zurstegge. (Foto: Franz Neugebauer)
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Dr. Vossenberg, damals praktischer Arzt in Horstmar, hielt in Leer Sprechstunden ab. Dabei half im nicht nur Anna Buller, die Sprechstunden fanden anfangs auch in ihrer Wohnung statt. Als einmal ein Kollege aus Holthausen den Horstmarer Doktor vertreten musste, bedurfte es keinen langen Vorstellung.
„Als ich noch ein kleiner Junge war, hat Tante Anna schon für mich gesorgt“, meinte der Arzt aus Holthaus. Jahrelang zu Fuß, später mit dem Fahrrad versorgte sie die Kranken auf den weit verstreuten Bauernschaften und im Dorf, wo sie bald nur noch unter dem Namen „Tante Anna“ bekannt und beliebt war. Zeitgenossen erzählen, dass sie zusammen mit Dr. Vossenberg mit einer Sturmlaterne bestückt im Winter bei tiefem Schnee zu Fuß Krankenbesuche bei einer Familie auf dem Schöppinger Berg machte.
Bundesverdienstkreuz
Als die Vertriebenen nach dem letzten Weltkrieg in die Gemeinde kamen, nahm Anna Buller sich ihrer an, versorgte sie mit Lebensmitteln und anderen Sachen, die sie von den Bauern oder der Amtsverwaltung zusammengeholt hatte. Das ganze Dorf freute sich damals, als Tante Anna für ihr selbstloses und bescheidenes Wirken mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse im Mai 1958 geehrt wurde.
„Es gibt wohl keine Familie in Leer, in der Fräulein Buller nicht einmal geholfen hat, Kranke zu pflegen, Wöchnerinnen den Haushalt zu besorgen oder Sterbenden die letzte Stunde durch ihre liebevolle Hilfe zu erleichtern. Ihre besondere Liebe galt auch den Armen, die Witwen und den Waisen, für die sie immer ein tröstendes Wort, ein offenen Herz und eine hilfreiche Gabe bereit hatte.“ So steht es in einem Nachruf der damals selbständigen Gemeinde Leer, als Anna Buller am 6. April 1961 im Alter von 74 Jahren starb.
Selbstlos und hilfsbereit
Der Grund, dass Anna Buller nach Leer zog, war die Versetzung ihrer Schwester Theresia an die Schule in Leer im Jahre 1909. Hier war die Pädagogin 45 Jahre tätig. Der damalige Hauptlehrer Alfred Neu würdigte bei ihrer Verabschiedung mit tiefempfundenen Worten die hervorragenden Verdienste von Theresia Buller als befähigte Lehrerin, als charaktervolle Erzieherin und als selbstlose und hilfsbereite Kollegin.
Bei der Verabschiedung sprachen der damalige Pfarrer August Rensinghoff, Bürgermeistern Hermann Husmann und Amtsdirektor Ernst Fasen herzliche Dankesworte aus. Kinder umrahmten die Reden mit Gedichten und Reigen, mit Liedern des Schulchores und Vorträge des Flötenchores, um so ihren Dank der geliebten Lehrerin zum Ausdruck zu bringen.
Nach Tod Straße nach ihr benannt
Die damaligen Schülerinnen erinnern sich an Theresia Buller als gütige, hilfsbereite aber auch strenge Lehrerin. Sie starb am 21. Dezember 1974 im Alter von 85 Jahren. Danach wurde die Straße von Anna-Buller-Straße in Geschwister-Buller-Straße umbenannt.
Die beiden Geschwister haben ihre letzte Ruhestätte auf dem neuen Friedhof in Leer gefunden.













