Protest gegen Biogasanlage: Kampf gegen Windmühlen
LAER In der Aabauerschaft ist eine Biogasanlage geplant. Die Verwaltung befindet die Biogasanlage für genehmigungsfähig. Etliche Anwohner sind jedoch keineswegs überzeugt von dem neuen Bauprojekt in Laer.
Kritisch beäugt: Bürgermeister Detlev Prange mit den Kreismitarbeitern Jürgen Beckmann und Dr. Rolf Winters (v.l.) beim Ortstermin mit Anwohnern. (Foto: Rupert Joemann)
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Das machte auch Dr. Rolf Winters, Sachgebietsleiter beim Kreisumweltamt, deutlich. Er könne derzeit nicht erkennen, warum die Anlage nicht genehmigt werden dürfe.
Einvernehmens-Erteilung einstimmig abgelehnt
Der Bauausschuss der Gemeinde Laer hatte in seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien noch die Einvernehmens-Erteilung einstimmig mit dem Argument versagt: Die Erschließung sei nicht gewährleistet.
Das sah Dr. Winters vor Ort anders: „Gesetzlich muss eine ausreichende Erschließung vorhanden sein, keine luxuriöse.“ Nach Gesprächen mit Bürgermeister Prange hatte der Investor zudem zugesichert, Ausweichmöglichkeiten für die Transportwagen auf dem eigenen Gelände zu schaffen.
Gefahrenpotenzial
Gerade die enge Straße ist aus Sicht der Anwohner das Hauptproblem. Hier wird ein erhöhtes Gefahrenpotenzial gesehen, zumal die Straße eine ausgewiesene Fahrradroute ist.
Im Herbst, zur Maisernte, werden, so die Anwohner, innerhalb von sieben bis zehn Tagen insgesamt 850 bis 1000 Fahrzeuge mit Mais die Straße nutzen. Hinzu kämen das ganze Jahr über täglich einige Lieferungen von Gülle und Hühnermist. Nach Auskunft der Anwohner, die sich auf Einladung des Investors sich eine andere Biogasanlage angeschaut hatten, wird die Anlage in der Aabauerschaft mit 65 Prozent Mais, 30 Prozent Gülle und fünf Prozent Hühnermist betrieben.
Anwohner laufen Sturm
Kreismitarbeiter Dr. Rolf Winters sah für die bis zu 500 Kilowatt große geplante Biogasanlage einen hohen Nutzungsgrad. „Schließlich wird die anfallende Wärmeenergie von der Gärtnerei genutzt. Das ist nicht überall der Fall.“
Noch, so Winters, müssten vom Betreiber einige Kleinigkeiten nachgereicht werden. Das hielt der Sachgebietsleiter allerdings für Formsache. „Der Gesetzgeber hat die Förderung solcher Anlagen gewollt“, betonte der Experte. Normal sei auch, dass Anwohner dagegen Sturm liefen.
Sondersitzung am Mittwoch
„Viele wissen hier noch gar nicht, was auf sie zukommen wird“, sagte Anwohnerin Ursula Mertens. Schließlich sei die gesamte Straße durch das Industriegebiet betroffen. „Wir kämpfen hier gegen Windmühlen“, hieß es weiter aus Reihen der Biogasanlage-Gegner.
Am Mittwoch, 4. August, treffen sich die Mitglieder des Bauausschusses um 18.30 Uhr zu einer Sondersitzung. Dann wird erneut über die Einvernehmens-Erteilung beraten werden.













