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Medienhaus Lensing
12.08.2010 07:05 Uhr
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Gast aus Uganda: Muggaga Kintu erlebt die Deutschen ganz ungeschminkt

LAER / UGANDA Als das HI-Virus ihn zum AIDS-Waisen machte, schien auch für Muggaga Kintu sein Leben eine Zeit lang ohne Hoffnung. Durch den Tod seiner Eltern an der Immunschwächekrankheit wurde der gebürtige Ugander zunächst heimatlos. Dann kam er als einer der ersten Waisen in das 1988 gegründete "Mityana Women’s Project".

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Josef Laumann mit seinem Gast aus Uganda, Muggaga Kintu. (Foto: Larissa Loges)

Heute ist der 33-Jährige so etwas wie die rechte Hand der Projektleiterin Margaret Kawooya und hat längst eine neue Familie gefunden: Mittlerweile ist das Projekt nämlich für rund 200 AIDS/HIV-Waisen zuständig, bringt diese zumeist in Pflegefamilien unter und kümmert sich mit Unterstützung des Internationalen Kolpingwerks um deren Erziehung sowie Versorgung.

Kolping-Frauen helfen

Gegründet von Kolping-Frauen aus der Diözese Kiyinda-Mityana ist es Ziel, Frauen unabhängiger zu machen, indem man ihnen ermöglicht, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ erhalten Familien beispielsweise Tiere, mit denen sie dann eine Viehzucht beginnen können. Auch Kintu hat vor einem Jahr Schweine finanziert bekommen. „Wir haben immer Nachwuchs auf der Farm, kleine Ferkel, neulich sogar Zwillinge“, berichtet der Projekt-Mitarbeiter bei seinem Besuch in Laer voller Stolz über das stetige Wachstum der kleinen Zucht.

Zum Deutschlandaufenthalt ist es durch die Laerer Familie Laumann gekommen. Ihr Einsatz für die Menschen in Uganda im Rahmen der Kolpingfamilie hat sie vor zwei Jahren sogar schon einmal selbst in das ostafrikanische Land geführt. „Da teilen sich Eltern mit 14 Kindern einen Raum von 30 Quadratmetern“, erinnert Birgit Laumann. „Damals hat Muggaga uns seine Heimat gezeigt.“

Unterstützende Projekte

Dabei wurden unterstützte Projekte wie ein Windrad oder ein ambulanter Gesundheitsposten in Augenschein genommen. Auch neue Arbeit fiel den Kolping-Reisenden ins Auge: So funktionierte die Trinkwasser-Versorgung für die rund 20 000 Einwohner des ugandischen Ortes Mwera nicht. „Wir haben zwei Wasserpumpen besorgt, uns um Zoll und Montage gekümmert“, berichtet Josef Laumann, 1. Vorsitzender der Kolpingsfamilie. „Und nach nur einem dreiviertel Jahr lief die defekte Anlage wieder.“

Nun gibt’s Gegenbesuch im Münsterland. „Mein Freund hatte Meilen gesammelt, damit konnten wir Muggaga herholen“, berichtet Birgit Laumann. „Wir haben ihn als Familie eingeladen, aus eigener Tasche, um ihm nun unsere Heimat zu erklären.“ So gehörte in den letzten Tagen die Tradition des Grünholens für die Hochzeit von Andrea und Marcel Prümer – die den Ugander sofort mit einluden – in Laer am Freitag, 13. August, ebenso zu Kintus Ferienprogramm, wie Studienfahrten nach Amsterdam, München oder auch an die Nordsee.

Viele Eindrücke

Natürlich fehlt auch ein Besuch auf dem Bauernhof sowie beim Kolping-Dachverband in Köln nicht. „Wir haben unseren Gast unter anderem auch bei einer Altkleidersammlung mitarbeiten lassen. So kann er sehen, dass wir hier nicht immer nur in die Tasche greifen, sondern auch alles erstmal selbst erwirtschaften müssen“, betont Josef Laumann.

Alles Eindrücke, die der Projekt-Mitorganisator aus Ostafrikas mit Block, Stift und Kamera akribisch festhält. „Ich habe viel gelernt, habe neue Ideen“, so Kintu, der die Deutschen durchweg als „sehr freundlich“ kennen lernte: „Vor allem bin ich beeindruckt, wie sauber und hygienisch hier alles ist.“

Am 20. August geht es für ihn zurück in die Heimat. Dort warten seine beiden Kindern sowie drei Waisen, die er in der Familie betreut, auf den 33-Jährigen, Und jede Menge Arbeit, für die er sich reichlich Inspiration mitnimmt.


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