Exponate gesucht: Neues Heimatmuseum im Aufbau
HORSTMAR/LEER. Ein beiläufiges Gespräch zwischen Franz Ahmann, dem Vorsitzenden des Heimat- und Mühlenvereines und der Gastwirtin Gudrun Raus im Frühjahr 2009 könnte sich als Geburtsstunde des Leerer Heimatmuseums herauskristallisieren.
Die alte Leerer Schule mit Lehrerin Johanna Ridder, dahinter der Lehrer Anton Kemper während einer Pause. (Repro: Franz Neugebauer)
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Bei der Beschaffung von Räumen war Bürgermeister Robert Wenking behilflich. Der leer stehende Teil des Schulgebäudes neben den Räumen des Jugendzentrums „Jule“ war im Jahre 1954 eingeweiht worden. Der Chronist schwärmte bei einem Rundgang anlässlich der Einweihung des Zweckbaus. Es sei gelungen, jegliche Nüchternheit und falsch verstandene Sachlichkeit zu vermeiden. Überall habe man neue Errungenschaften der Technik von der Ölheizung bis zu schattenfreien Beleuchtungskörpern und abwaschbaren Wandbekleidungen vorgesehen. Da die Schule im Marianischen Jahr entstanden war, erhielt sie den Namen Marienschule.
Räume anders genutzt
Nach dem Rückgang der Schülerzahlen wurden diese Räume zu verschiedenen Zwecken genutzt. In der Aula war der Gottesdienstraum der evangelischen Kirchengemeinde, die kleineren Räume dienten als Sakristei. In einem davon wird das Heimatmuseum entstehen. Mitte der 50er Jahre fand hier der Werkunterricht mit Hauptlehrer Hermann Dertwinkel statt.
Hier hat Theo Bockholt schon zahlreiche Bilder, Bücher, Gedenkschriften gesammelt. „Wenn die Haare grau werden, interessiert man sich erst für alte Dinge, in jungen Jahren wirfst du alles weg“, weiß er aus eigener Erfahrung. „Es ist mühsam, denn ich muss auf die Leute zugehen, sie kommen nicht zu mir“, hat er mit Bedauern festgestellt. Doch das werde sich ändern, wenn die Leerer wissen, dass man die Geschichte dokumentieren will.
Museumssammlung schon jetzt sehenswert
Schon jetzt lohnt sich ein Blick in die Museumssammlung. An den Wänden hängen Fotos von Kriegsteilnehmern, Vermissten und Gefallenen der Weltkriege. Aus dem Kassenbuch des Kriegervereines von 1954 ist zu entnehmen, dass als Sterbegeld für Ahlers 100 DM, und für das Ausleihen von Gewehren bei Herlitzius 6,50 DM gezahlt wurden. Ein Bild mit dem Abendmahl hängt an der Wand. Es war ein Geschenk für Bernhardine Wenning zu ihrer Erstkommunion 1909. Die Themen Kirche, dörfliche Vereine, Handwerk, Schule, Klassentreffen und Feuerwehr nehmen schon jetzt einen breiten Raum in den beschilderten Regalen ein. Zum Teil handelt es sich um Originale. Auf Wunsch werden auch Kopien gefertigt.
Wer neugierig ist und einen Blick riskieren will, kann sich bei Theo Bockholt, Zum Esch 43, Tel. (0 25 51) 38 16, melden. Auch für alte Urkunden und Belege, die die Besitzer nicht mehr benötigen, ist Bockholt dankbar.
Franz Neugebauer













