Engelbert Glock: Von Parteienproporz, Pommesbuden und Angst vor abstrakten Bildern
HORSTMAR Kulturbeauftragter, Regisseur und nun auch noch Koordinator der neuen Kulturinitiative Horstmars: Engelbert Glock spricht im Interview über die jüngst gegründete Initiative, von der magischen Anziehungskraft von Pommesbuden und darüber, was passiert, wenn der Parteienproporz kulturellem Engagement in die Quere kommt.
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Engelbert Glock: Bislang verhalten. Aber es ist ja auch noch recht frisch. Man muss sehen, wie sich das entwickelt.
Wer kam eigentlich auf die Idee?
Glock: Der Bürgermeister. Aber ich stehe da auch voll und ganz hinter. Nur muss es, wenn es erfolgreich und dauerhaft sein soll, wirklich von den Bürgern getragen werden und nicht nur von Mitgliedern politischer Gremien.
Kultur darf nicht politisch belastet sein
Wie meinen Sie das?
Glock: Sehen Sie, wenn sich zwei Vorsitzende einer Partei dafür melden, dann ist das alles politisch schon sehr belastet. Das darf Kultur aber nicht sein. Und auf diese Weise würde die Initiative auch nur schwer eine echte Verwurzelung in der normalen Bürgerschaft finden, so kommen sie an die Menschen nicht ran.
Also sind die „normalen“ Horstmarer gefragt. Ist die Initiative nun einfach noch nicht bekannt genug, oder interessieren sich die Leute generell wenig für Kulturelles?
Glock: Es ist ja so, dass viele Menschen Angst vor diesem Wort haben. Bei Kultur denken sie an abstrakte Bilder, die keiner versteht, oder an große Theaterbühnen. Aber das ist ja Quatsch. Kultur fängt doch ganz klein an. Beispiel Film: Wenn sie ins Kino gehen, ist das auch Kultur. Genauso Chorgesang, Theater für Kinder oder auch ein Rockkonzert. Das alles gehört dazu.
Initiative in einzelne Bereiche unterteilen
Gefragt sind also Menschen ohne spezielle Vorkenntnisse, die einfach Interesse, etwa für Musik, mitbringen?
Glock: Genau! Sehen Sie, auch jemand, der sich etwa in der Programmgestaltung für Kinder einbringen möchte, ist willkommen. Meine Idee wäre, die Initiative in solche einzelnen Bereiche zu unterteilen. Dann kann man auch sinnvoll arbeiten.
„Arbeiten“ ist das richtige Stichwort. Wie viel Aufwand bedeutet das für den Einzelnen?
Glock: Naja, man sollte nicht unterschätzen, dass so etwas schon mit Arbeit und auch Zeit verbunden ist.
Pommesbude vs. Kultur-Programm
Falls sich diese Initiative etabliert, glauben Sie, dass dann in näherer Zukunft der kulturelle Bereich in Horstmar komplett durchs Ehrenamt getragen werden könnte?
Glock: Ja, das kann ich mir schon vorstellen – wenn sich ein stabiler Kreis von engagierten Menschen dafür findet. Aber das Schwierige bleibt eben, die Leute dafür zu begeistern. Wir kommen nicht gegen die mediale Übermacht an und auch nicht gegen die großen Zentren, die ganz andere Möglichkeiten haben. Und manchmal interessieren sich die Menschen eben mehr für die Pommesbude bei der Eröffnung eines Autohauses, als für irgendein Kultur-Programm. Das ist eben so.
Kein Gegenkonzept?
Glock: Doch. Wir müssen die Dinge interessant gestalten. Und die Menschen mit einbeziehen. Dann wird daraus etwas Besonderes.
- MITMACHEN:
Engelbert Glock koordiniert und unterstützt die neue Kulturinitiative. Ausdrücklich gewünscht sind auch Mitglieder aus dem Ortsteil Leer. Ein erstes Treffen ist im August geplant. Dann soll mit der Programmplanung für 2011 begonnen werden. Wer sich mit einbringen möchte, kann sich bei Engelbert Glock im Rathaus melden, Tel. (0 25 58) 7911.













