Medienhaus Lensing
14.02.2013 17:55 Uhr
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Produkte sind beliebt, aber:: Bio lohnt sich für Bauern oft nicht

Kirchhellen Bio boomt - auch in Kirchhellen. Der Bioladen Rotthoffs Hof kann sich nicht über mangelndes Interesse beklagen. Dennoch kann die Nachfrage insgesamt nicht immer gedeckt werden.Von Manuela Hollstegge

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Der Rotthoffs Hof kann neben einem Bio-Garten auch eine Bio-Schweinezucht vorweisen. (Foto: Fehmer)

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Wie hat das Schwein gelebt, dessen Fleisch ich gerade esse? Und wie wurde die Paprika in meinem Salat angebaut? Solche Fragen können bei regionalen Bio-Produkten schnell beantwortet werden. Daher werden sie auch in Kirchhellen immer öfter gekauft.

"Bio wird immer beliebter. Das stellen wir vor allem bei Fleisch sowie Obst und Gemüse fest", sagt Norbert Gohl vom Kirchhellener Bioladen Rotthoffs Hof. Er hat viele Stammkunden, die schon seit Jahren bei ihm kaufen. Rund 15 Prozent der Kunden kämen immer mal wieder vorbei, wenn sie gerade in der Nähe seien.

Unbelastete Produkte

"Viele verzichten gerne auf große Mengen Fleisch und wollen dann, wenn sie mal welches essen, auch qualitativ hochwertige Produkte haben", erklärt Gohl. Außerdem sei vielen wichtig, dass beispielsweise Bio-Paprika und Bio-Trauben zum Großteil unbelastet sind.

Neben Bio-Garten und Bio-Schweinezucht verfügt der Rotthoffs Hof auch über einen Bio-Stall mit Hühnern. "Die Eier schmecken wirklich besser. Wir haben sogar Kunden, die mehr als zehn Kilometer weit zu uns fahren, um sonntags unsere Bio-Eier zu essen", sagt Norbert Gohl. Dennoch ist auch ihm bewusst, dass mehr Bio gegessen als von heimischen Bauern produziert wird.

Hohe Ansprüche

Seiner Meinung nach liegt das vor allem an den gestiegenen Pachtpreisen. "Außerdem stellen Kunden an Bio-Ware hohe Ansprüche, daher muss sie einwandfrei sein. Das ist aufwändiger und es entsteht mehr Ausschuss", erklärt er. Die ersten zwei Jahre nach der Umstellung auf Bio könnte der Bauer oft unter dem Kapitel "totaler Verlust" abhaken. "Wenn Bauern umsteigen, dann tun sie das nicht aus Profit-Gründen, sondern weil es eine Herzensangelegenheit ist", so Gohl.

Auch Friedrich Steinmann, Vorsitzender des Recklinghäuser Kreisverbandes des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) und Kirchhellener Landwirt, sieht diese Probleme. Ein Bio-Landwirt brauche mehr Fläche und mehr Arbeitskräfte als ein konventioneller Bauer - und das sei "extrem teuer". Vermarkte ein Bio-Bauer seine Produkte regional - beispielsweise in einem Bauernladen - sei es noch etwas einfacher. Produziere er jedoch für Supermärkte oder Discounter, habe ein einheimischer Bauer kaum eine Chance.

Großer Aufwand

"Ich kenne viele Kollegen, die den Umstieg versucht haben und wieder zurückgerudert sind, weil sie davon nicht leben können", sagt Steinmann. Am Beispiel Bio-Fleisch erklärt er die Problematik: Wer es produzieren möchte, der müsse den drei- oder vierfachen Arbeitseinsatz investieren als bei der Produktion von konventionellem Fleisch. Zudem benötige man erheblich mehr Stroh sowie Platz. "Wenn man dann alles addiert, kommt man zu einem Preis, den viele Kunden nicht bezahlen können oder wollen", erklärt er.

Die Konsequenz sei, dass häufig Bio-Ware aus dem Ausland importiert werde, um die hohe Nachfrage zu decken. "Und da ist dann immer die Frage, ob da auch wirklich Bio drin ist. Das kann man nicht mehr nachvollziehen", sagt Steinmann.

 

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