Heeresflieger Rheine: Dr. Martin Sommer: "Kampf geht weiter"
Rheine Er ist Leiter der Arbeitsgruppe „Bundeswehr“ und setzte sich in der Stadthalle Rheine vehement für den Standort Rheine ein. Im Interview spricht Kreisdirektor Dr. Martin Sommer über Steuerverschwendung und die Argumente, die gegen den Standort Holzdorf sprechen.
Kreisdirektor Dr. Martin Sommer setzt sich weiter mit Vehemenz für den Bundeswehrstandort Rheine ein. (Foto: Strack)
Das war sehr beeindruckend, weil es nicht selbstverständlich ist. Denn bis sich ein Münsterländer vom Sofa bewegt, da muss die Empörung schon groß sein. Wir mussten sogar 400 Menschen sagen, dass die Halle voll ist – insgesamt sind also 1500 Unterstützer gekommen.
Wie beeindruckt waren Sie vom Auftritt des Generalleutnants Norbert Finster?
Der hat mich gar nicht beeindruckt, sondern enttäuscht. Ich hatte erwartet, dass endlich Argumente auf den Tisch kommen. Angeblich soll es doch eine gründliche Analyse bei der Standort-Entscheidung gegeben haben. Bemerkenswert fand ich, dass der Generalleutnant das Argument der massiven Steuerverschwendung ohne Widerspruch stehen gelassen hat. Das wird offensichtlich einfach in Kauf genommen.
Das kann kein normaler Mensch verstehen. Sie sind Politiker, erklären Sie es.
Das kann man keinem Menschen erklären. Fest steht: Wenn Millionen Euro verschwendet werden, ist das nicht mehr nur ein lokales Problem, wie es Finster dargestellt hat, sondern wird zu einer überregionalen Angelegenheit. Bemerkenswert ist doch auch, dass es mittlerweile vier Aussagen zu den Kosten des Fähigkeitstransfers der CH 53-Transporthubschrauber gibt. Das schwankt von anfangs null, über 42 bis zu 82 Millionen Euro. Gestern soll Finster dann in einem Interview gesagt haben, eine Summe sei noch gar nicht zu beziffern.
Wie können aus einem Ministerium so viele verschiedene Angaben kommen?
Fest steht: Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Verteidigungsminister Thomas de Maizière die Notbremse ziehen sollte. Ich habe nach wie vor viel Vertrauen in ihn. Es würde seinem Ansehen nicht schaden, eine offensichtlich falsche Entscheidung zurückzunehmen.
Warum ist die Entscheidung für Holzdorf falsch?
Das haben 20 Prozent der Menschen aus der Region in den letzten Jahren demonstriert – sie sind weggezogen. Wir haben in der Arbeitsgruppe analysiert, was einen attraktiven Standort ausmacht, nicht nur für Soldaten. Da konnte Holzdorf mit Rheine oder Laupheim nicht annähernd mithalten. Daher fand ich die Bemerkung des Generalleutnants, Attraktivität sei immer ein subjektives Empfinden, ziemlich zynisch.
Das sehe ich anders. Die Bundeswehr braucht hochqualifizierte junge Menschen und keine, die sonst nichts zu tun haben. Daher muss sie auch an attraktive Standorte gehen. Erstaunlich, dass dieser Punkt offensichtlich keine Rolle gespielt hat.
Wie geht der Kampf für Rheine weiter?
Der Landrat wird heute einen Termin mit dem Verteidigungsministerium absprechen, an dem wir das Argumentationspapier, das die Arbeitsgruppe erstellt hat, dem Minister persönlich übergeben werden. Fest steht: Der Kampf für Rheine wird weitergehen. Darin hat uns der Montagabend in der Stadthalle weiter bestärkt.











