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Medienhaus Lensing
27.04.2010 16:40 Uhr
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Infoveranstaltung: Kreis und Integrationslotsen bieten Unterstützung bei Einbürgerung an

KREIS STEINFURT Obwohl allseits auf die große Bedeutung von Einbürgerungen hingewiesen wird, sinken die Zahlen seit Jahren. Der Kreis Steinfurt hat sich zum Ziel gesetzt, diesen bundesweiten Trend umzukehren. Dafür rührt er nun die Werbetrommel.Von Elvira Meisel-Kemper

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Viele Interessenten waren zur der Informationsveranstaltung erschienen. (Foto: Meisel-Kemper)

Rund 100 Besucher nahmen das Angebot einer Informationsveranstaltung zur Einbürgerung in der Schauburg in Ibbenbüren als positives Signal auf. Gerda Kaumanns, Leiterin des Kreis-Ordnungsamtes, moderierte die lockere Veranstaltung mit Musik und Informationen.

"Wir müssen auf alle Menschen in unserem Land zugehen. Und wir müssen sie motivieren, sich einzumischen", forderte Heinz Steingröver, Bürgermeister der Stadt Ibbenbüren mehr Miteinander. Landrat Thomas Kubendorff als Schirmherr der Veranstaltung betonte die Notwendigkeit der Einbürgerung, damit die Ausländer alle Rechte und Chancen nutzen könnten. "Die Ausländerbehörde
tritt erst an die Öffentlichkeit, wenn es um Abschiebung geht. Ihre Hauptaufgabe ist dagegen die Beratung", so der Landrat.

Einbürgerungstests seit 2008

Thomas Ostholthoff, Leiter der Ausländerbehörde des Kreises, und Kenan Araz, Leiter der Integrationsagentur Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW in Bochum, informierten anschleißend über das Verfahren.

Anträge für die Einbürgerung seien in den Bürgerbüros erhältlich. Ansprechberater sei die Ausländerbehörde, die dem Ordnungsamt unterstellt sei. Die Einführung des Einbürgerungstests 2008 sei nicht der alleinige Grund für sinkende Zahlen der Einbürgerungswilligen. "Probieren sie uns doch einfach mal aus", bat Ostholthoff um die Nutzung des breit gefächerten Angebots.

Kompliziertes Verfahren

Araz legte den Akzent auf die Gründe und Voraussetzungen für die Einbürgerung. Das Verfahren sei zwar kompliziert, aber mit Hilfe der Beratung von Fachkräften durchaus machbar. Voraussetzungen seien die gewährte Ausbürgerung des Herkunftslandes, die Klärung militärischer Pflichtzeiten, Straffreiheit und ein geregeltes soziales und berufliches Leben.

Acht Jahre Aufenthalt müssen vorher rechtmäßig sein. Zeiten der Duldung oder des Studiums werden nicht mitgerechnet. Hemmnisse für den Antrag können die Kosten und die Angst vor Behörden sein, die viele aus den Heimatländern mitbrächten, so Araz.

Ralph Jenders, Leiter des Ibbenbürener Begegnungszentrum für Ausländer und Deutsche, informierte in kleinen Gesprächskreisen über das beratende Angebot seiner Einrichtung. Mit rund 40 hauptamtlichen Mitarbeitern und zahlreichen ehrenamtlichen "Integrationslotsen" geht er auf die Mitbürger zu. "Integrationslotsen werden bei der Volkshochschule und beim Bildungswerk ausgebildet, darunter sind viele mit Migrationshintergrund", warb er für die zwischenmenschlichen Vermittler.


Zahlen der Ausländerbehörde des Kreises:

  • 17 817 Ausländer werden im Kreis Steinfurt betreut
  • Altersgruppen: 15 Prozent unter 16 Jahre, 33,5 Prozent zwischen 16 und 35 Jahre und
    51,5 Prozent über 35 Jahre
  • Nationalitäten (stärkste Gruppen): 3986 Türken, 3838 aus Serbien und dem Kosovo, 1184 Niederländer
  • Einbürgerungen 2008: in NRW: 26 106 Personen, im Kreis Steinfurt 323 Personen
  • Zum Vergleich: 2001 in NRW 60 566 Menschen, im Kreis Steinfurt 707 Menschen

 


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