Schwerpunktkontrolle auf A1: Polizei überprüft über 400 Fahrzeuge
KREIS STEINFURT Geschwindigkeitsübertretungen, defekte Bremsen und ein Hartz IV-Betrugsfall: Das sind drei Beispiele von zahlreichen Verstößen, die von der Polizei am Donnerstag auf der A1 entdeckt wurden.
Was steht in den Transportpapieren, ist die Ladung richtig ausgewiesen? (Foto Bernd Oberheim)
Die Polizeidirektion Osnabrück und das Polizeipräsidium Münster führten in Kooperation mit der niederländischen Autobahnpolizei, dem Bundesamt für Güterverkehr, dem Hauptzollamt Osnabrück, der Polizei Steinfurt und dem grenzüberschreitenden Polizeiteam Kontrollen im gewerblichen Güter- und Personenverkehr durch, unterstützt durch das Technische Hilfswerk Ibbenbüren.
Augenmerk auf "Gewinnabschöpfung"
Der leitende Polizeidirektor Udo Weiß von der Direktion Verkehr in Münster und sein niedersächsisches Pendant Polizeirätin Ann Oldiges überwachten die Maßnahme. Unterstützt wurden sie vom Amtsleiter des Ordnungsamtes Münster, Martin Schulze-Werner. "Unser Hauptaugenmerk wird auch diesmal die Gewinnabschöpfung sein", erklärte Weiß und fuhr fort: "Vereinfacht dargestellt handelt es sich um den Gewinn, den der Unternehmer macht, wenn er einen LKW überlädt, um sich eine zweite Fahrt zu sparen."
Zudem ging es um die Kontrolle der korrekten Sicherung der Ladung, den Gesamtzustand des Fahrzeuges und um die Ruhezeiten.
Über 400 Fahrzeuge wurden gestern auf der A1 angehalten und ab 10 Uhr kontrolliert.
Überladen und übermüdet
Bis 15.30 Uhr wurden unter anderem folgende Verstöße protokolliert, wie Klaus Laakmann von der Pressestelle der Polizei NRW mitteilt. Ein Auszug aus der Bilanz zeigt folgende Delikte.
28 mal wurde die Weiterfahrt untersagt, davon elfmal wegen mangelnder Ladungssicherheit. Es gab fünf Alkoholtests und in 29 Fällen wurden Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten festgestellt.
Ohne Bremsen unterwegs
Besonders herausragende Einzelfälle waren zum Beispiel ein rumänischer Lastweg, der komplett ohne Bremsen fuhr. Zwei Transporter mit landwirtschaftlichen Geräten durften nicht weiterfahren.
In einem Fall war ein Traktor nicht gesichert, im anderen Fall der Anhänger zu hoch. Ein 32-jähriger Autofahrer aus Norddeutschland wollte schnell zu einer Hochzeit nach Wuppertal und wurde mit Tempo 160 in einer Baustelle gestoppt.
Ein 42-jähriger Autofahrer fiel nach 18 Stunden Lenkzeit auf. Vier Fahrer erwischte die Polizei, die Vollzeit arbeiteten, aber nur als „400-Euro-Kräfte“ gemeldet waren.













