Kabarett-Trio "Storno": Denken als Fabrikarbeit
METELEN Machen äußere Umstände eine erneute Rückkehr auf die Bretter der Bürgerhausbühne für das Kabarett-Trio "Storno" unmöglich? Denkbar wär's: "Am 21. Dezember geht die Welt unter - so steht es im Biene Maja Kalender."
Die Kabarettisten nahmen "eine große und 314 kleine Katastrophen" aufs Korn. (Foto: Dorothee Zimmer)
Die Kabarettisten nahmen "eine große und 314 kleine Katastrophen" aufs Korn. (Foto: Dorothee Zimmer)
Der Termin passt allerdings nicht so ganz in den Zeitplan der drei Männer "da haben wir gerade keine Zeit". Und so war KIM-Vorstandsmitglied Joachim Fontaine zuversichtlich, dass die Münsteraner nach dem nunmehr vierten Mal in Metelen auch künftig hier "ihre schmutzige Wäsche waschen" können. Donnerstagabend holte die Kulturinitiative diesen "Waschtag" ins ausverkaufte Bürgerhaus.
Steilvorlagen gab es reichlich für Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther. Auf einige große und "314 kleinere Katastrophen" summierten sich die Vorfälle des vergangenen Jahres, und entsprechend groß war der satirisch gespannte Bogen. 2011 - das war unter anderem das Jahr der Liebe: "Es wurde geküsst und geliebt." Kate und William haben's getan, und wer nicht weiß, von wem hier die Rede ist: "Das sind die vom Zirkus Krone."
"Der Geschmierte"
Spott und Häme gießen sie über den Bundespräsidenten: "Sein Vorname kommt ja aus dem Griechischen und bedeutet 'der Gesalbte'. Neuzeitlich muss es aber jetzt 'der Geschmierte' heißen." Da lobt sich das Trio doch die Angie, es sieht die Bundeskanzlerin gar schon vor der Krönung durch den Papst zur Kaiserin von Europa mit Sarkozy als Hermelin. Sie hat wenigstens einen "echten Doktor" und nicht so einen wie Karl-Theodor, der "wieder ganz unten in der Denkfabrik anfangen muss". Fabrikarbeit ist wahrlich kein Zuckerschlecken, auch wenn sich's bei der Denkfabrik um einen Copy-Shop handelt. Das Trio macht sich viele Gedanken, krönt seinen verbalen Schlagabtausch mit herzerfrischender Mimik und schwadroniert dergestalt über das Leben in einer Patchwork-Familie mit seinen schwierigen Konstellationen, über den unaufgeregten Umgang der Japaner mit Fukushima, über Atomausstieg und Energieeinsparung, über Lebensmittel- und Schiffskatastrophen.
Und natürlich über Griechenland, dessen Bürger an Eurodermitis leiden. "Kann es eigentlich sein, dass jemand, der 1880 geboren ist, noch Rente erhält?" Ja sicher, Funke wundert das nicht: "Das liegt an der mediterranen Kost." Er hätte auch eine Lösung für die Griechen: "Die müssten nur 1200 Jahre ohne Lohn arbeiten, und schon ist der Drops gelutscht."








