Hans Tietmeyer wird 80
METELEN Prof. Dr. Hans Tietmeyer wird am Donnerstag 80 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch! Er ist in Metelen geboren und aufgewachsen, sein beruflicher Weg führte ihn später unter anderem ins politische Bonn, als Helmut Schmidt Bundeskanzler war, und nach Frankfurt in die Spitzenposition der Bundesbank. Dem Bürger aus dem beschaulichen Metelen gelang der Sprung auf die ganz große Bühne der Finanzwelt.
Prof. Dr. Hans Tietmeyer wird 80 Jahre alt. (Foto: dpa)
Die Wurzeln zu seiner Heimat hat der ehemalige Bundesbankpräsident nie gekappt, nicht nur der Eltern und zahlreichen Geschwister wegen. "Er hat alles mögliche für Metelen getan", erinnert sich Wilhelm Budde, Metelens Gemeindedirektor von 1967 bis 1995. Von Tietmeyers Kontakten profitierte die Gemeinde nach Buddes Angaben zum Beispiel beim Bau der Umgehungsstraße.
Der Jubilar, seinerzeit leitender Ministerialbeamter im Wirtschaftsministerium, sorgte für einen Gesprächstermin mit Budde und dem damaligen Bürgermeister Hermann Rosing beim Verkehrsminister mit dem Ergebnis, dass dem Vorhaben "vordringlicher Bedarf" attestiert wurde.
Mit der Familie Tietmeyer, sagt Budde, sei er nach wie vor freundschaftlich verbunden; von der Mutter erzählt er, sie sei tief religiös gewesen.
Immer hilfsbereit
Maria Thihatmar ist mit dem zwischenzeitlich zum Ehrenbürger Metelens ernannten Tietmeyer vier Jahre zur Volksschule gegangen. "Er war ein ganz normaler und angenehmer Schulkamerad, aber schon mit einem gewissen Ehrgeiz", sagt sie. Ihr Mann Bernhard war über viele Jahre ein Sportkamerad Tietmeyers im örtlichen Tischtennisverein, der in den fünfziger Jahren auf national hohem Niveau spielte und unter anderem Westdeutscher Meister wurde. 1955 zum Beispiel sicherten sich Thihatmar und Tietmeyer im Herren-Doppel die Bezirksmeisterschaft.
"Er war ein toller Kamerad, ein Defensivspieler mit unheimlich viel Geduld und immer hilfsbereit", erinnert sich Bernhard Thihatmar. Und daneben weiß er auch noch etwas über kulinarische Vorlieben des jungen Tietmeyer zu berichten: "Wenn es bei uns zuhause Pfannkuchen gab, kam er immer gern vorbei und aß ziemlich viele davon. Wahrscheinlich gab's die bei ihm zuhause auch, aber woanders schmeckt's ja immer besser."
Relativ enge Kontakte
Berührungspunkte aus früheren Zeiten gibt es zwischen Helmut Brüning und Tietmeyer nicht, dafür sei der Altersunterschied von 20 Jahren einfach zu groß, erklärt der Bürgermeister. "Aber natürlich kenne ich ihn als Bundesbankpräsident." Erst mit seiner Funktion als Verwaltungschef hätten sich "relativ enge Kontakte" ergeben.
Das Handeln des ehemaligen Bundesbankpräsidenten wirke bis heute nach, meint Brüning, der das Geburtstagskind nunmehr auch persönlich schätzen gelernt hat: "Er bleibt seiner Heimat eng verbunden und fördert selbstlos so manches Projekt." Am Samstag, 27. August, richtet die Gemeinde zu Ehren Tietmeyers einen Empfang aus.
Bodenständiger Metelener
Dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Heinz Tewes, gefällt im Zusammenhang mit Hans Tietmeyer vor allem, "dass er seinen Geburtsbrief nicht verloren hat und er ein bodenständiger Metelener geblieben ist". Und weiter sagt Tewes: "Er hat meinen großen Respekt, weil er durch Eigeninitiative enorm viel aus sich gemacht hat, das fasziniert mich."
Auch der Heimatverein hat häufig die Unterstützung Tietmeyers erfahren, durch Bares, womit wiederum verschiedene Maßnahmen finanziert werden konnten und durch das Überlassen von Geschenken, die der Bundesbankpräsident von den "Großen der Welt" erhalten hat.
Von den Großen der Welt
So lagern zum Beispiel Geschenke des Papstes und des chinesischen Kaisers im Archiv des Ackerbürgerhauses. "Es ist schön", sagt Heinz Tewes, "dass einer aus Metelen es so weit gebracht hat."








