Seniorenheim: Richtfest für den Neubau des St.-Sophien-Haus
METELEN Erfüllen sich althergebrachte Weisheiten, dann steht das neue St.-Sophien-Haus unter einem guten Stern: „Wenn der Zimmerer sein Glas mit Wein oder Schnaps ausgetrunken hat und es dann wegschmeißt, muss es zerspringen.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA (Foto: Dorothee Zimmer)
Beim Versuch, den Kranz in die Höhe zu ziehen, stellten die Zimmerleute Peter Roolfs und Martin Morsink allerdings fest: „Der ist noch viel zu leicht.“ Die nötige Schwere erhielt der Kranz mit einer großen Flasche Brinckwirths Korn, die Schmelter vorausschauend bereithielt.
Die letzten Nägel
Eigentlich sollte das Richtfest schon eher gefeiert werden, aber das Wetter spielte nicht mit, so dass sich die Bauarbeiten laut Schürmann um gut zwei Monate verzögerten. „Wir haben den Umzug für Oktober geplant, jetzt wird es wohl Ende November.“ Sowohl Schürmann als auch Architekt Udo Lorenz wirft das nicht um: „Die Bewohner sind ja nicht in einem Provisorium untergebracht, deshalb ist die Verschiebung kein Problem.“
Alter Brauchtum
Seit etwa Ende Februar geht es am Bau mit voller Kraft weiter, erklärte Bauleiter Helmut Niemöller. Das Dach über den drei Wohntrakten erhält jetzt noch eine Evalon-Folie und wird im Anschluss begrünt. „Ein Richtfest findet immer auf der Baustelle und zur Arbeitszeit statt“, erläuterte Leusbrock den Brauch, der bereits im 14. Jahrhundert stattgefunden haben soll. Er gehe zurück auf Formen der rituellen Zinszahlungen und Abgeltung von Arbeitsleistungen, wie es im Mittelalter nicht ungewöhnlich gewesen sei.
Ein Handwerker bringe an dem Tag kein Mittagsbrot mit, sondern gehe traditionell mit dem Bauherrn zum Mittagessen. Das St. Sophienhaus folgte auch diesem Brauch: „Wir haben was deftiges vorbereitet“, lud Schmelter alle Anwesenden ein.











