Aufsichtsratsvorsitzende der Dortmunder Konzerthalle: Realistisch rechnen
MÜNSTER Der Schlussakkord der Bürgerinitiative zur Musikhalle, die letzte Podiumsdiskussion in der Stadtbibliothek, geriet gestern dissonant. Dabei sollte Daniela Schneckenburger, die Aufsichtsrätin der Konzerthalle Dortmund, für mehr Fakten in der Diskussion sorgen.
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Erstens war die Landesvorsitzende der Grünen als Lokalpolitikerin gegen das Konzept der Dortmunder Halle, verhinderte aber den Bau nicht. Zweitens stehe sie als jetzige Aufsichtsratsvorsitzende für einen Programmwechsel in Dortmund, hin zu mehr programmatischer Vielseitigkeit, die für den gegenwärtigen Erfolg der Halle steht.
Verdoppelt
Die Finanzierung der Dortmunder Konzerthalle habe sich während der Planungsphase verdoppelt, berichtete Schneckenburger: „Was ursprünglich 42 Millionen DM waren, ist in den Jahren danach auf 96 Millionen angewachsen.“ Auch das Betriebskonzept der Dortmunder Halle sei „reiner Ausdruck politischen Willens“ gewesen, so die Politikerin. Die anvisierte Auslastung von 85 Prozent sei in den ersten Jahren nicht erreicht worden.
Schneckenburger machte auch deutlich, dass die Projekte nicht eins zu eins miteinander vergleichbar sind: Die Halle in Dortmund sei eben mit ganz besonderem Fokus auf eine erstklassige Akustik gebaut worden. Zudem sei sie eine reine Musikhalle, während in Münster ja mittlerweile ein Mischkonzept mit Musik und Kongressen geplant werde. Auf die Frage, welche Art Halle man denn mit den geplanten 30 Millionen Euro in Münster bauen könne, antwortete die Dortmunderin, es sei jedenfalls nötig, mit realistischen Zahlen zu rechnen.
Zum Thema Kongresse gingen die Fragen an den neuen Uni-Kanzler Stephan Schwarze: „Wieso sollte ein Institut die Halle für 5000 Euro pro Tag mieten, wenn ein Vorlesungssaal umsonst ist?“ fragte ein Teilnehmer.
Drittmittel
Kongresse würden üblicherweise mit Drittmitteln finanziert und würden die Universität nichts kosten, antwortete Schwarze. Er sei zudem überzeugt, dass die Universität sich durch die Halle stärken könne.


















