26. Februar bis 28. Mai
Ausstellung "Goldene Pracht"
Das Landesmuseum stellt spektakuläre Kirchenkunst aus. mehr...
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Münster Für das zweite Turnier sind rund 80 Freunde der jungen Sportart Jugger-aus ganz Deutschland angereist. Sie spielen mit Geräten, die an Waffen erinnern. Aber mit Mittelalter-Spielen wollen sie nichts zu tun haben.
Sieht martialisch aus, ist aber nach Ansicht der Sportler harmlos: Beim Jugger ist Geschicklichkeit gefragt. (Foto: Pfeifer)
Der Platz auf dem Gelände des TuS Hiltrup hat sich Samstag in einen Zeltplatz verwandelt. Die meisten Spieler sind Schüler und Studenten. Mit fantasievollen Namen wie "gras-grüne Jugger-Schafe" aus Marburg oder die "SPAT" aus Villingen-Schwenningen treten zehn Teams bei dieser Mischung aus sanftem Rugby und einer Endzeitschlacht gegeneinander an. Am Ende siegt "Cervisia Ultima" aus Duisburg.
An den beiden langen Seiten des achteckigen Spielfelds haben sich zwei Teams mit jeweils fünf Spielern aufgebaut. "Drei, zwei, eins - Jugger!", brüllt ein junger Mann am Spielfeldrand. Auf sein Kommando hin rennen zwei Teams aufeinander los. In den Händen halten sie ihre "Pompfe", gut gepolsterte Bambus- oder Glasfaserstangen. Trommelschläge geben den Rhythmus vor: Jedes Spiel dauert 200 Schläge.
Fünf Sekunden regungslos
Kaum sind beide Teams aufeinander getroffen, geht alles ganz schnell: Nur sechs Sekunden dauert es, bis die meisten Spieler bewegungslos auf dem Boden knien. Wer von einem der Pompfen auch nur kurz berührt wurde, muss rund fünf Sekunden aussetzen. Währenddessen versucht der Läufer, geschickt zwischen den kämpfenden Parteien hindurch zu schlüpfen, um den "Jugg" in den gegnerischen Würfel zu befördern, der als Tor dient. Der Jugg kann ein einfacher länglicher Ball oder auch ein stilisierter Hundeschädel aus Latex sein. Sobald der Punkt gemacht ist, geht alles wieder von vorne los.
Obwohl ihre Sportgeräte an Lanzen, Schwerter oder Morgensterne erinner, wollen die Jugger von Waffen nichts hören. "Wir wollen nicht mit Mittelalterspielen oder ähnlichem in Verbindung gebracht werden", sagt Organisator Jens Grotholtmann vom münsterschen Ausrichterverein "Schergen von Monasteria". "Jugger ist eine Sportart und die Pompfen sind unsere Sportgeräte."
Teamwork und Geschicklichkeit
Die Verletzungsgefahr sei nicht größer als beim Fußball, weil es nur darum gehe, den Gegner leicht zu berühren. Viel wichtiger als Kraft seien Teamwork und Geschicklichkeit. "Es findet aber jeder seine Nische: Wer füllig und langsam ist, dabei den Gegner aber nicht durch seine Reihe lässt, kann genauso gut sein wie jemand, der flink wie ein Wiesel überall hindurch läuft", sagt Grotholtmann.
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