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Medienhaus Lensing
15.08.2008 23:02 Uhr
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Feuerwehr: Frauen oft wichtiger als Lösch-Rambos

MÜNSTER „Die Feuerwehr muss sich bewegen, wenn sie mehr Frauen in ihren Reihen haben will!“, sagt Dr. Gisbert Rodewald, Chef des Instituts der Feuerwehr NRW in Münster. Bei der Opfer-Betreuung oder Notrufannahme seien „Frauen oft die besseren Helfer“, glaubt der oberste Feuerwehr-Ausbilder im Land.Helmut P. Etzkorn

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Dr. Gisbert Rodewald erklärt Jacqueline Lücking (31) von der Berufsfeuerwehr Dortmund die Atemschutztechnik. (Foto: Etzkorn)

Rodewald sieht auch bei der größten Frauen-Einstellungshürde, dem Sporttest, einen „gewissen Spielraum für die Kommunen“. Es gebe nur Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren, die lokal modifizierbar seien. Im Endeffekt könne jede Stadt selbst entscheiden, unter welchen Bedingungen sie Berufsfeuerwehrleute einstelle. In Düsseldorf beispielsweise müssen Frauen beim 3000 Meter-Lauf nicht ganz so schnell sein wie die männlichen Kollegen.

Eine ähnliche Modifizierung fordert jetzt die SPD Münster in einem Ratsantrag (wir berichteten). Rodewald: „Frauen haben einen Bevölkerungsanteil von 50 Prozent, in der Feuerwehr sind es nicht mal fünf Prozent.“ Angesichts sinkender Mitgliederzahlen bei vielen Freiwilligen Feuerwehren sei auch dort ein stärkeres Frauen-Engagement dringend erforderlich, so Rodewald.

Öffentlichkeitsarbeit

In einer technisierten Feuerwehrwelt sei Kraft längst nicht mehr allein entscheidend. Lösch-Rambos, die immer länger im Flash-Over-Brandübungs-Container den Flammen widerstehen, seien „nicht alles“.

„Viele Frauen wissen gar nicht, dass Feuerwehren auf sie warten“, kritisiert Rodewald auch die Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbandes. Man müsse „viel deutlicher machen, dass Frauen bei uns gute Berufschancen haben“.

In Amerika und den nordischen Ländern beispielsweise habe sich der Einsatz von Frauen bei der Notrufannahme in Leitstellen bestens bewährt. „Ein Frauenstimme beruhigt Anrufer in Ausnahmesituationen, die Damen haben oft mehr Feingefühl am Telefon.“ Bei Bundeswehr und Polizei seien Frauen längst integriert, das müsse nun bei der Feuerwehr umgesetzt werden.


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