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Medienhaus Lensing
21.01.2011 17:03 Uhr
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Mit Miniatur-Hubschrauber : Geoinformatiker sammeln Daten aus der Vogelperspektive

MÜNSTER Geoinformatiker der Universität Münster sammeln Messdaten aus der Vogelperspektive. Dazu setzen sie selbst entwickelte "ifgicopter" ein: kleine, unbemannte Flugobjekte ("Unmanned Aerial Vehicles", UAVs ), die Miniatur-Hubschraubern ähneln.

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Geo-Informatiker der Uni Münster haben diesen und andere Mini-Hubschrauber entwickelt. (Foto: Helmut P. Etzkorn)

Mit diesen Mini-Hubschraubern könnten künftig zum Beispiel bei Naturkatastrophen Messungen vorgenommen und Bilder aus der Luft aufgenommen werden, schreibt die Pressestelle der Uni Münster. Die Daten, so die Vision der Forscher, würden in Echtzeit über das Internet weitergegeben und stünden somit beispielsweise einem Krisenstab schnell zur Verfügung. Andere Einsatzmöglichkeiten liegen in der Land- und Forstwirtschaft.

Der Name „ifgicopter“ setzt sich zusammen aus dem Kürzel des Instituts für Geoinformatik (ifgi) und „Quadrocopter“, dem Begriff für ein Luftfahrzeug mit vier in einer Ebene angeordneten, senkrecht nach unten wirkenden Propellern. Die „ifgicopter“ können ein breites Spektrum an Informationen aufnehmen, darunter Klimadaten wie Temperatur und Luftfeuchte.

Flughöhe zwischen 50 und 100 Meter

Die Daten werden in der Luft gesammelt – die übliche Flughöhe ist 50 bis 100 Meter – und an eine Basisstation gefunkt. Hierzu können die „ifgicopter“ per Fernbedienung gesteuert werden. Üblicherweise fliegen sie jedoch autonom eine zuvor einprogrammierte Route ab und erledigen die vorgegebenen Messungen selbstständig.

Fotostrecke Mini-Hubschrauber der Geo-Informatiker

Optional liefert eine spezielle Digitalkamera nicht nur Farbfotos, sondern auch Aufnahmen im ansonsten nicht sichtbaren Infrarotbereich. Damit können Informationen über die Vegetationsvitalität gesammelt und beispielsweise Flurschäden erkannt werden. Die Analyse und Visualisierung der Daten kann bereits direkt während des Fluges oder auch nachgeschaltet im Anschluss an eine Erkundungsmission erfolgen.

Punktgenaue Messungen

„Quadrocopter können punktgenau an eng definierten GPS-Positionen in der Luft Messungen ausführen. Dadurch ergeben sich viele mögliche Einsatzszenarien in den Geowissenschaften“, erläutert Dr. Torsten Prinz vom Institut für Geoinformatik, der gemeinsam mit Prof. Dr. Edzer Pebesma und einem Team studentischer Mitarbeiter an der Entwicklung der „ifgicopter“ beteiligt ist.
 „Vor drei Jahren wurde diese Art, Geodaten zu sammeln und in Sensornetzdienste einzubinden, eher als spleenige Idee einiger Geo-Bastler belächelt“, erläutert Torsten Prinz. Mittlerweile habe sich ein ernst zu nehmendes und rasch wachsendes Segment im Hinblick auf unbemannte Flugplattformen am Geodatenmarkt etabliert.

Hilfe bei Katastrophen

Eines der kurzfristigen Ziele der Gruppe ist die Einbindung der UAV-Sensorplattformen in internetgetragene Datenservices. So könnten die „ifgicopter“ beispielsweise im Falle von Umweltkatastrophen wie Hochwasser oder einem Chemieunfall Daten liefern, welche dann in Echtzeit an räumliche Informationsdienste weitergegeben würden.

Digitale Luftaufnahmen im nahen Infrarot können aber auch flächendeckend lagegenaue Informationen über den Zustand von Vegetationsarealen liefern – anhand der ermittelten Daten wäre so zum Beispiel eine GPS-gesteuerte Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft wesentlich umweltverträglicher möglich. An derartigen Szenarien sind beteiligte Kooperationspartner, etwa die Firma CENALO aus Herne, interessiert.

Neue Forschungsfelder

Für Edzer Pebesma stehen indes vor allem sich neu eröffnende Forschungsfelder für die Geoinformatik im Vordergrund – zum Beispiel die selbstregulierende, intelligente Navigation eines UAVs im Schwarmverbund mit weiteren Flugobjekten, Echtzeit-Datenauswertung oder die mögliche Interaktion mit weiteren umweltrelevanten Sensornetzwerken für unterschiedlichste Anwendungen in den raumbezogenen Wissenschaften.  


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