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Medienhaus Lensing
19.10.2011 22:26 Uhr
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Neue Dezernenten: Heuer und Reinkemeier wurden gewählt

MÜNSTER.  Der Stadtrat hat am Mittwochabend Wolfgang Heuer und Alfons Reinkemeier zu neuen Dezernenten gewählt. Während die Wahl für Reinkemeier als Kämmerer einstimmig ausfiel, bekam Heuer 44 Stimmen. Sein Gegenkandidat Jochen Köhnke 22. Vorausgegangen war eine lange Debatte – die aber nicht so scharf geführt wurde wie erwartet.Von Stefan Bergmann

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OB Markus Lewe (M.) gratuliert Wolfgang Heuer (l.) und Alfons Reinkemeier. (Foto: Jean-Marie Tronquet)

Noch am Dienstag hatte Grünen-Chef Hery Klas Heuer bezichtigt, nicht geeignet zu sein für den Posten des Personaldezernenten, ja, bei der Bewerbung im Hauptausschuss bewusst „die Unwahrheit“ gesagt zu haben. Nach der Wahl gestern gab er ihm die Hand, schenkte Blumen (Rosen aus Wachs) und wünschte sich eine „gute Zusammenarbeit“.

Bewerbung zurückgezogen

Die Bewerbung des Kämmereichefs Alfons Reinkemeier zum Kämmerer war in den Stunden vor dem Rat noch zur sicheren Nummer geworden. Sein Konkurrent, Warendorfs Kämmerer Stefan Funke, hatte seine Bewerbung kurzfristig zurückgezogen. Dies, weil sich die CDU am Montagabend für Reinkemeier ausgesprochen hatte. Damit war Funke chancenlos. Köhnke, zur Zeit Ausländerdezernent der Stadt, hielt seine Bewerbung bis zum Schluss aufrecht.

Üble Nachrede

Vor den Wahlen hagelte es Kritik für den Versuch der Grünen in den vergangenen Wochen, die Dezernentenwahlen zu beeinflussen und Wolfgang Heuer zu verhindern. Michael Jung (SPD) warf den Grünen vor, sie hätten versucht, Heuer „zu diskreditieren und öffentlich zu zerstören“. Jung: „Sie haben behauptet, das Wolfgang Heuer lügt, haben aber nicht gesagt, worin diese Lüge besteht. Das nennt man üble Nachrede.“ CDU-Fraktionschef Heinz-Dieter Sellenriek sah die Gründe und warf den Grünen Rachegefühle vor: Weil sie es im vergangenen Jahr nicht geschafft hätten, den Haushalt innerhalb des Sixpack-Bündnisses zu verabschieden, kritisiere Klas nun die Absprachen zwischen CDU und SPD.

Die Linke drückte ihre Ablehnung mit roten T-Shirts mit der Aufschrift „Nicht geHEUER“ aus, auch der Pirat Pascal Powroznik kritisierte die mangelnde Präsenz des Wahlverfahrens. Carola Möllemann-Appelhoff beklagte „Indiskretionen“, die dafür gesorgt hätten, dass die Namen der Bewerber zu früh „in der Presse“ standen.
Klas hatte seine Vorwürfe der vergangenen Tage nicht wiederholt. Gleichwohl kritisierte er erneut das „intransparente Verfahren“, die zu kurzen Fristen und den Umstand, dass die Ratsherren nicht alle Bewerbungen zu Gesicht bekommen hätten.

„Verlust der Kontrolle“

In einer persönlichen Erklärung hatte Oberbürgermeister Markus Lewe noch einmal das ganze Ausschreibungsverfahren dargelegt und betont, sich an alle Fristen gehalten zu haben. Er schloss mit der Warnung an Klas: „Wer selbst feststellt, dass seine Vorwürfe keine rechtliche Grundlage haben, der sollte sich zurückhalten um der Gefahr des dauerhaften Verlustes der Selbstkontrolle zu entgehen.“


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