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Medienhaus Lensing
08.12.2008 23:26 Uhr
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Kaum Platz für Druckwerkstätten im Neubau für die Designer

MÜNSTER Nach einem Neubau haben sich die Designer der Fachhochschule lange gesehnt. Jetzt endlich kommt er – aber nicht so, wie ihn sich Studierende erhofft hatten: Die Werkstätten sollen am neuen Standort Leonardo Campus stark reduziert werden.Annette Kessen

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Design-Studentin Steffi Gärtner arbeitet in der Druckwerkstatt - und will darauf nicht verzichten. Mit anderen Studierenden hat sie jetzt eine Ausstellung am Fachbereich konzipiert, mit der sie für den Erhalt in voller Breite kämpfen will. (Foto: Kessen)

Verfüge der Fachbereich Design derzeit über rund zehn Werkstätten mitsamt entsprechender Maschinen für Radierung, Holzschnitt, Siebdruck und Litho-Offset, werde das Angebot im Neubau auf nur wenige Werkstätten mit provisorischer Einrichtung zurückgefahren, sagt Student Manuel Meyer. Der Siebdruck entfalle ganz. „Aus unserer Sicht geht damit ein wichtiger Teil der bisherigen Qualität der Lehre verloren.“

Es seien finanzielle Zwänge, die den Ausschlag für die Verkleinerung gäben, so Dekanin Prof. Cordula Hesselbarth. „Wir müssen schauen, was wir uns leisten können und was zukunftsorientierte Design-Lehre ausmacht.“ Dazu zählten in erster Linie Produktdesign, Illustration, Mediendesign und Kommunikationsdesign – Bereiche, in denen Druckwerkstätten keine vorrangige Rolle spielten.

Die Fachhochschule sei angehalten, praxisnah und zeitgemäß auszubilden – und auf dieser Basis zu entscheiden, was notwendig sei, sagt Hesselbarth. Dazu komme, dass der Siebdruck im Bachelor-Studiengang kein Kernfach mehr sei. „Für die auslaufenden Diplom-Studiengänge wird ein Angebot in reduzierter Form aufrecht erhalten.“

Das reicht den Studenten nicht. „Da wird auf falscher Seite gekürzt“, sagt Meyer. So stellten die Druckwerkstätten wichtige Grundlagen für das kreative Experimentieren dar. Dozent Prof. Marcus Herrenberger stellt sich auf die Seite der Studenten: „Wir müssen sicherlich Kompromisse eingehen, aber so ein Ausklammern ist engstirnig.“ Die Stärke des Fachbereichs sei auch den Werkstätten zu verdanken. „Da muss man über Alternativen nachdenken.“

Ehrlich diskutieren

Über die Kontroverse an dem Fachbereich ärgert sich auch Dozent Knut Willich. „Der Umgang unter Kollegen war nicht immer sachgemäß, erst durch den Druck der Studierendenschaft sind vernünftige Gespräche darüber, was möglich ist, aufgekommen.“ Seiner Ansicht nach werde unehrlich diskutiert. „Die Hochschulleitung soll sagen, was für ein Profil sie sich wünscht – und nicht Gründe wie ein unzeitgemäßes Studium oder auch Personal- und Raumprobleme anführen.“ Das glaube auch der Student nicht mehr.

Der Neubau

Der Neubau für den Fachbereich Design am Leonardo Campus soll im Sommer 2009 bezugsfertig sein, ab dem nächsten Wintersemester ist das zweigeschossige Gebäude mit raumhohen Fenstern dann die neue Heimat für rund 530 Studierende. Neben einem großen Hörsaal mit 200 Plätzen beherbergt das neue Gebäude auch den Senatssitzungssaal der Hochschule. Die Kosten des Projekts betragen etwa 15 Millionen Euro.


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