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Medienhaus Lensing
28.10.2008 22:45 Uhr
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Keime ohne Antibiotika bekämpfen

MÜNSTER In ein Krankenhaus geht man eigentlich, um gesund zu werden. Doch gerade dort lauern resistente Keime, gegen die viele Antibiotika wirkungslos sind. Lebensbedrohliche Infektionen können den Patienten befallen.Denis de Haas

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Gründlich desinfizierte Hände sollen die Übertragung von Krankenhauskeimen verhindern. (Denis de Haas)

„Bis zur fünfzig Prozent dieser Infektionen können jedoch vermieden werden“, erklärt Prof. Dr. Norbert Roe- der, Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Münster (UKM). Er und seine Mitarbeiter haben Krankenhauskeimen wie den Methicillin-resistenten Staphylokokken (MRSA), den Kampf angesagt. Dafür verfolgt das UKM zwei Ziele: Zum einen soll die Handhygiene im kompletten Krankenhaus verbessert werden, zum anderen soll das Personal Antibiotika kontrollierter und zielgerichteter einsetzen.

Täglich 35 Mal Hände desinfizieren

„Wir haben vor zwölf Monaten mit einer Studie begonnen, um zu überprüfen, wie häufig eine Händedesinfektion durchgeführt werden sollte“, erzählt Roeder. Diese ist nun abgeschlossen und kommt zu dem Ergebnis, dass ein Mitarbeiter im UKM zehn bis 35 Mal täglich seine Hände desinfizieren muss.

Damit Pfleger, Ärzte und Reinigungskräfte den vorschriftsmäßigen Griff zum Desinfektionsmittel verinnerlichen, hat das Institut für Hygiene Aktionsmonate ins Leben gerufen, in das sie zwischen September und November das gesamte Personal einbinden. Am Durchgang zur Kantine versucht das Präventionsnetzwerk EUREGIO MRSA-net, die UKM-Mitarbeiter für die richtige Handhygiene zu sensibilisieren. Im Studienhospital wird dem Personal dann auf die Hände geschaut. Mit einer Fluoreszenzlampe entlarven die Hygienefachkräfte falsche Techniken. „Durch eine Simulation erkennen wir, ob die Desinfektion dafür ausreicht, um die Übertragung von Keimen zu vermeiden“, sagt Dr. Alexander Friedrich.

Antibiotika reduzieren

Er ist Oberarzt am Institut für Hygiene und macht sich für den reduzierten Einsatz von Antibiotika stark. „Dieser vermeintliche Joker wurde in der Vergangenheit zu häufig gezogen. Wenn wir es weniger einsetzen, können wir dazu beitragen, dass resistente Erreger nicht entstehen“, sagt Friedrich.

Um ihre Patienten besser zu schützen, testet das UKM alle Personen, die stationär aufgenommen werden, auf MRSA. Dabei nimmt der Pfleger Abstriche aus Mund und Rachen. Diese Prävention ist ein Kriterium, das ein Krankenhaus für ein Qualitätssiegel erreichen muss. Die EUREGIO MRSA-net verlieh auch dem Universitätsklinikum die Urkunde, die besagt, dass sich das Krankenhaus gegen die Keime wappnet. „Die Bekämpfung von MRSA ist eine Aufgabe aller Akteure im Gesundheitswesen. Denn die gefährlichen Keime werden bald nicht nur Probleme in den Krankenhäusern sein, sondern sich auch außerhalb verbreiten“, betont Hygiene-Experte Friedrich.

www.mrsa-net.org


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