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Osmo-Hallen
Grüne wollen erst planen und dann verkaufen
Von Oliver Koch am 8.01.2010 19:52 Uhr
MÜNSTER Bloß kein übereilter Verkauf am Hafen: Die Ratsfraktion der münsterschen Grünen will die europaweite Ausschreibung des Stadtwerke-Grundstücks an den Osmo-Hallen stoppen. Das erklärten drei Fraktionsvertreter am Freitag bei einer Pressekonferenz.
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Grenzgänger: Die Grünen Ratsmitglieder Helga Bennink, Carsten Peters (M.) und Gerhard Joksch auf der Grenze zwischen Osmo- und Stadtwerke-Grundstück.
Foto: Oliver Koch
Das Grundstück wollen die Stadtwerke bald zum Verkauf anbieten – nach Möglichkeit in Kombination mit dem eigentlichen Osmo-Areal. 2008 wollte hier das Architekten-Duo Deilmann und Kresing das Projekt Neuhafen realisieren. Diese Pläne scheiterten, das Grundstück muss ausgeschrieben werden. Jüngst hatte der Aufsichtsrat der Stadtwerke für eine baldige Ausschreibung votiert. Er habe dagegen gestimmt, erklärte Grünen-Ratsherr Gerhard Joksch. Er sei nicht allein gewesen mit seiner Ablehnung, eine Mehrheit erreichte man allerdings nicht.

Das soll sich ändern, wenn das Thema im Stadtrat auf die Tagesordnung kommt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Stimmen für einen Stopp zusammenbekommen werden“, so Joksch. Hintergrund der grünen Bremsbewegungen: „Wir wollen zunächst ein ordentliches Verfahren zur Bauleitplanung durchführen. Dann weiß ein Investor, auf welchen Grundlagen er auf dem Gelände arbeiten kann.“

"Schlüsselgrundstücke zu verhökern ist der falsche Weg"

Es gehe darum, die Bürger in den Prozess der Planung miteinzubeziehen, sagte Helga Bennink, die für die Grünen im Planungsausschuss sitzt. „Schlüsselgrundstücke ohne Bebauungsplan meistbietend zu verhökern ist der falsche Weg“, so Bennink.

Auch die Verkehrs- und Parkplatzprobleme am Hafen sollten bei einer solchen Planung berücksichtigt werden, findet Ratsherr Carsten Peters. In einem städtebaulichen Wettbewerb zu Beginn des Planungsverfahrens solle geklärt werden, ob zumindest Teile der Osmo-Hallen erhalten bleiben. „Fußball gucken, Konzerte hören, ein Oktoberfestbier trinken – es ist doch erstaunlich, was sich in den Hallen in den vergangenen fünf Jahren getan hat“, so Joksch.

Insolvenzverwalter ist auf eine Vermarktung angewiesen

Einwände gegen den Kurs der Grünen könnte Osmo-Insolvenzverwalter Michael Mönig haben. Er ist auf eine Vermarktung der Hallen angewiesen, um die Gelder aus dem Osmo-Sozialplan an die Ex-Mitarbeiter zahlen zu können. „Falls Mönig schnell verkaufen muss, sollte die Stadt ihre Vorkaufsoption nutzen. Und die Entwicklung des gesamten Geländes in einem Stück planen“, forderte Joksch.

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