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Joksch ist Kandidat der münsterschen Grünen - Vorwahl gegen Heuer?
Jörg Gierse am 28.08.2008 23:39 Uhr
MÜNSTER Gibt es 2009 einen gemeinsamen Kandidaten von SPD und Grünen für das Amt des Oberbürgermeisters? Die Frage bleibt auch nach der Grünen-Mitgliederversammlung offen. Dort zeigte man sich kreativ - und will nun einen Vorwahlkampf starten.
Heuer_vs_Joksch
Das rot-grüne Projekt „Wahlkampf 2009“ geht weiter, aber unter deutlich veränderten Vorzeichen. Die Grünen votierten Donnerstag Abend dafür, die Bürger in einer Art Vorwahl entscheiden zu lassen, wer der Spitzenkandidat der Opposition werden soll – Wolfgang Heuer oder Gerhard Joksch.

Nach einer wenig kontroversen Diskussion sprach sich die Mitgliederversammlung dafür aus, die Verhandlungen mit der SPD mit diesem Auftrag weiterzuführen. Zudem nominierte sie Ex-Stadtbaurat Joksch offiziell als grünen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters. Dass die Entscheidung einstimmig fiel, ließ die Basis jubeln – und die Partei- und Fraktionsspitze erleichtert aufatmen.

Aus der Sackgasse heraus

Die Grünen wollen nun den gemeinsamen OB-Kandidaten mit einer Umfrage ermitteln – und so aus der Sackgasse herauskommen, in der die Gespräche mit dem möglichen Koalitionspartner stecken. Zwar könnten sich die Grünen mit einem Kandidaten Heuer anfreunden, sagte Parteisprecher Daniel Sandhaus. Die SPD sei dagegen „nicht bereit, über eine Unterstützung von Gerhard Joksch zu diskutieren“.

Die Idee: Heuer und Joksch treten bei gemeinsamen Veranstaltungen auf, machen sich und ihre Positionen bekannt. Dann entscheiden 3000 zufällig ausgewählte Münsteraner per Stimmzettel darüber, wer für Rot-Grün ins Rennen gehen soll. Der Verlierer und seine Partei akzeptieren das Ergebnis und unterstützen den Gewinner. Die SPD hat allerdings bereits angekündigt, dass sie dieses Verfahren ablehnt.

Hery Klas kämpferisch

Ratsfraktionschef Hery Klas hatte zuvor in einer kämpferischen Ansprache für die Fortsetzung der rot-grünen Gespräche geworben. „Wir müssen uns einigen“, rief er den rund 70 Mitgliedern in der überfüllten neuen Parteizentrale an der Windthorststraße zu. „Schaffen wir das nicht, hat die CDU jetzt schon gewonnen.“ Die Wähler würden nicht verstehen, „dass wir die Chance, die Rödl-Koalition abzulösen, so leichtfertig verspielen“.

„Ja“ zu weiteren Gesprächen, aber nur auf Augenhöhe: Das gab die selbstbewusste Basis ihrer Verhandlungsgruppe mit auf den Weg. „Wir sind nicht mehr der Juniorpartner und lassen uns nicht über den Tisch ziehen“, hieß es mehrfach. Klas mahnte aber auch an: „Wir müssen Vertrauen schaffen und der SPD zeigen, dass wir an einem Strang ziehen.“

 
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