Trauerfeier für totes Model: Mutter: Ärzte sind schuldlos am Tod von Jennifer Scherman
MÜNSTER Der Tod des Models Jennifer Scherman (20) hat viele Menschen in Münster und weit darüber hinaus schockiert. In einer Trauerfeier auf dem Waldfriedhof Lauheide haben all jene, die um sie trauern, am Samstag Gelegenheit, Abschied von ihr zu nehmen. Schermans Mutter spricht die argentinischen Ärzte von jeder Schuld an ihrem Tod frei.
Zum Tod von Jennifer Scherman gibt es neue Erkenntnisse. Am Samstag findet in Münster eine Trauerfeier für das Model statt. (Archivfoto: Christoph Ueberfeld)
Jennifer hatte in Buenos Aires an der Uni Spanisch studiert und in der Familie ihrer Tante gelebt. „Nebenbei hat sie als Model gejobbt“, erzählt ihre Mutter. Am Samstag (13. Oktober) habe sie ein Casting gehabt.
„Sie war am Donnerstag erst von einem Model-Job aus Uruguay zurückgekommen und fühlte sich nicht gut. Ich habe ihr am Telefon geraten, das Casting abzusagen, aber das wollte sie nicht“, sagt Barbara Scherman.
Sofort auf Intensivstation
Nach der Rückkehr vom Casting am Samstagnachmittag sei es ihr schlecht gegangen. Ihre Tante, selbst Ärztin, sei mit ihr am Abend in die Klinik gefahren. „Es wurde gleich das Blut untersucht und ein EKG gemacht. Da war klar: Hier stimmt etwas nicht“, sagt Barbara Scherman.
Ein Kardiologe sei hinzugezogen worden. Der habe festgestellt, dass das Herz stark vergrößert war und Jennifer sich eine virale Herz-Muskel-Entzündung zugezogen hatte. „Sie kam sofort auf die Intensivstation. Das Herz arbeitete nur noch zu 28 Prozent.“
„Sie ist einfach eingeschlafen“
In der Nacht zu Montag habe sich ihr Zustand dramatisch verschlechtert. „Ihr Herz hat irgendwann aufgehört zu schlagen, sie ist einfach eingeschlafen“, sagt Barbara Scherman. „Die Ärzte dort und auch ihre Verwandten haben alles Menschenmögliche für sie getan, sind bis zuletzt bei ihr gewesen, haben sich phantastisch um Jennifer gekümmert, aber ihr Herz war so geschwächt, dass sie keine Chance hatte.“
Für die ganze Familie – Jennifer hat drei Brüder – sei ihr Tod fürchterlich, aber: „Jennifer war bis zum letzten Augenblick sehr, sehr glücklich. Das ist ein großer Trost für uns.“ Inzwischen sei klar, dass der letzte Werbespot, bei dem Jennifer für Pepsi vor der Kamera stand, gesendet wird: „Jennifer hätte das so gewollt“, sagt ihre Mutter.
Keine Blumen und Kränze
Die Trauerfeier beginnt am Samstag um 14.30 Uhr auf dem Friedhof Lauheide. „Wir bitten darum, keine Blumen oder Kränze mitzubringen, denn Jennifer wird an diesem Tag nicht beerdigt“, sagt die Mutter.
Sie werde eingeäschert und später im engsten Kreis der Familie beigesetzt. Wer möge, könne stattdessen für die Lebenshilfe spenden.


































