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MÜNSTER Zu Holger Schulz kommen Menschen, die wollen, aber nicht können. In seiner Nichtraucherwerkstatt hilft er Rauchern, von der Zigarette loszukommen. Die Medienberichte über das Rauchverbot seien dabei nicht immer hilfreich gewesen, sagt er. MZ-Redakteur Ralf Heimann sprach mit ihm darüber.
Zu Holger Schulz kommen Menschen, die wollen, aber nicht können. In seiner Nichtraucherwerkstatt hilft er ihnen, mit dem Rauchen aufzuhören.
Schulz: Weil das Rauchverbot oft so dargestellt worden ist, als wolle man den Rauchern etwas wegnehmen oder vermiesen. Darum geht es überhaupt nicht.
Sondern?
Schulz: Es geht nicht um die Raucher, sondern vor allem um die Mitarbeiter in Kneipen, die geschädigt werden. Dritte sollen vor Gefahren geschützt werden. Auch Herz- oder Asthmakranke sind extrem gefährdet. Das ist mir persönlich zu selten erwähnt worden.
Die meisten Berichte drehten sich um die Frage: Wie finden Sie das Rauchverbot? Was hätten Sie denn gefragt?
Schulz: Mich hätte die Antwort auf die Frage interessiert, was denn eigentlich so unzumutbar daran sein soll, zum Rauchen hinauszugehen. Außerdem würde ich kritisch nachfragen, wenn Tabakkonsum mit Genuss und Lebensqualität gleichgesetzt wird.
Sie haben doch selbst lange geraucht ...
Schulz: Ja, bis mir klar wurde, dass Rauchen zu 100 Prozent abhängig macht.
Und Aufhören ist eine Frage der Willenskraft.
Schulz: Nein, es ist eine Frage der Motivation und der Strategie. Man muss sich auf den Rauchstopp vorbereiten und mit den eigenen Rauchgewohnheiten auseinandersetzen. Falsch ist der Gedanke: Ich darf nicht mehr.
Welches ist denn der richtige?
Schulz: Es konnte mir nichts Besseres passieren.
Das scheint immer mehr Menschen zu gelingen. Ist das auch Ihr Eindruck?
Schulz: Ja, ich glaube, dass langsam die geschickte Werbung der Tabakindustrie durchschaut wird. Man wird nicht freier oder selbstbestimmter, wenn man raucht. Es gibt derzeit einen Trend weg von der Zigarette.
Woran liegt das noch?
Schulz: Ein wichtiger Grund ist sicher, dass die gesundheitlichen Gefahren mehr thematisiert werden. Rauchen ist ja keine Lappalie. Tabakabhängigkeit verursacht in Deutschland mehrere hundert Todesopfer täglich.
Kann denn das Rauchverbot einem Raucher wirklich helfen, die Finger von der Zigarette zu lassen?
Schulz: Einigen schon, aber das ist sicher ein nachrangiger Grund. Der erste und wichtigste ist, dass man für sich zur Erkenntnis kommt: Ich will nicht mehr.
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