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Medienhaus Lensing
11.01.2008 21:55 Uhr
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Studentenheim am Breul: Das Leben ist keine Daily-Soap

MÜNSTER Als Tim Schlotmann im vergangenen Oktober vor die Einzugs-Jury der "Breulianer" trat, fühlte er sich zuerst wie im Casting - irgendwo zwischen Vorstellungsgespräch und "Deutschland sucht den Superstar".Tobias Winkler

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Die "Breulianer" stoßen in der hauseigenen Bar schon einmal auf das 80-jährige Jubiläum an. (Foto: Winkler)

Dann sei es aber "sehr schnell sehr entspannt" gewesen, erzählt der angehende Diplom-Theologe. Denn vor ihm saßen eben nicht Bohlen und Co., sondern ein zehnköpfiges, "lockeres Gremium" des Deutschen Studentenheims am Breul 23.

Seit 1928 bieten dort fast hundert Zimmer Wohnraum für männliche Studenten. Am 24. Januar feiert das Haus 80-jähriges Bestehen. "Wir verbinden eine große Freiheit der Studenten mit klaren Strukturen", sagt Rektor Markus Tüshaus. Die Bewohner seien sehr unterschiedlich - mit verschiedensten Interessen, Fächern und Nationalitäten. "Uns eint der Glaube", sagt er. Dabei wohnten auch Nicht-Katholiken im Haus.

Regelmäßig trifft sich die Gruppe zur Messe in der Hauskapelle oder zu Musikabenden. Auf den Zimmern gibt es keinen Fernsehanschluss. Dafür bietet das Studentenheim vier Aufenthaltsräume, eine eigene Bar und einen Speisesaal, in dem es täglich Essen gibt.

"Wir bilden eine große Gemeinschaft, reden viel miteinander und unterstützen uns beispielsweise bei Problemen mit dem Uni-Stoff", sagt Architektur-Student Marcel Petri. "Aber jeder kann sich auch zurückziehen." Als Tutor hat er sich insbesondere um die Integration der Neuen in Haus, Stadt und Uni gekümmert. "Das hat mir den Start deutlich erleichtert", berichtet Tim Schlotmann.

Das Wohnheim habe durchaus seine eigenen Gesetze, erklärt Pfarrer Tüshaus: "Hier kann jeder leben wie er möchte. Aber wir erwarten ein gewisses Engagement und die Bereitschaft, sich in die Gemeinschaft einzubringen." Mit einer Burschenschaft will das "Kolleg" keinesfalls verglichen werden: "Es gibt sicherlich historische Parallelen. Aber wir haben keine politische Affinität, sind keine Freimaurer und nicht schlagend", sagt Lehramts-Student Ludwig Perick. Die reine Männer-Gemeinde biete "etwas Geschütztes". Da sind sich alle einig. Perick: "Das Leben ist schließlich keine Daily-Soap."

Die vier Ordensschwestern empfindet niemand als störend. "Sie sind sehr wertvoll und haben immer ein offenes Ohr für Probleme", sagt Tim Schlotmann. Der fühlt sich nach drei Monaten pudelwohl: "Wir leben einfach wunderbar zusammen."

Die "Breulianer" laden alle Interessierten am 24. Januar (Donnerstag) um 18 Uhr zum Pontifikalamt mit Bischof Dr. Reinhard Lettmann in den Dom ein.



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