Schland-o-Schland-Coup: Uwu Lena im großen Interview - "Wir sind ausgerastet"
MÜNSTER Neben der Nationalelf waren sie die Shooting-Stars der Fußball-WM: Uwu Lena, Studenten-Combo aus Münster, die mit "Schland o Schland" die Charts stürmte. Drei Wochen nach der WM haben wir mit Johannes Jötten und Moritz Schefers gesprochen. Das Interview.
Johannes Jötten und Moritz Schefers mit einer Druckplatte der Münsterschen Zeitung. In der Ausgabe, die sie hier in Händen halten, waren sie das Titelbild. (Foto: Tobias Weckenbrock)
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Schefers: Also ich nicht.
Jötten: Ich hatte kurz vorher meine Bachelor-Arbeit abgegeben und hatte in der Zeit ein Kolloquium. Darum bin ich einen Tag zu Hause geblieben und habe bestanden. Sehr gut sogar. Das hat mich sehr gefreut – es lag mir am Herzen, das fertig zu kriegen. Ich habe in der Zeit auch noch die nächste Fußball-Saison vorbereitet (er spielt bei Blau-Weiß Aasee II in der Kreisliga B, d. Redaktion). Aber insgesamt ist viel liegen geblieben.
Holt ihr das jetzt gerade nach?
Jötten: Eigentlich müssten wir alles nachholen (lacht). Aber die Eigenmotivation fehlt im Moment. Ich würde viel lieber jetzt mal eine Woche nach Spanien fliegen oder nach Zandvoort fahren und Ruhe haben.
"Was kann ich heute fürs Projekt machen?`"
Schefers: Wir hatten jetzt die letzten beiden Wochen – ja, Ruhe kann man auch irgendwie nicht sagen, denn wir hatten immer wieder kleinere Termine. Ein Auftritt in Münster, Interviewtermine hier in der Küche – also so ganz vorbei ist das immer noch nicht. Im Moment machen wir Musik. Man steckt doch noch im Projekt und denkt jeden Tag nach dem Aufstehen: „Was kann ich heute fürs Projekt machen?“ Und man macht jetzt Dinge, für die sonst keine Zeit war – zum Beispiel habe ich jetzt zwei Arzttermine nachgeholt. Aber alles ist gut, ich bin gesund (lacht).
Wie hilfreich war euer Management? Oder war es eher hinderlich dafür, weiter nach der Harakiri-Taktik vorzugehen?
Schefers: Das stellen sich viele falsch vor. Die Frage, die wir oft gehört haben: Habt ihr jetzt einen Manager von der Plattenfirma gekriegt? Es gibt diese Vorstellung, dass da ein Label als eine riesige Industrie sitzt, die einen Manager schickt, der dann sagt: "Zack, das habt ihr jetzt zu tun.“
Eigentlich ist es genau umgekehrt: Der Manager kam nicht von der Plattenfirma, sondern wir kannten den einen Teil unseres Managements – wir haben ja zum Glück zwei Manager – persönlich seit mehreren Jahren. Der hat dann über viele Ecken den zweiten Mann ins Boot geholt. Zusammen sind sie ein gutes Team. Sie arbeiten für uns und haben uns gerade am Anfang sehr geholfen. Ohne die wäre es kaum möglich gewesen, die ganzen Termine abzuwickeln.
"Wir wurden übermannt"
Jötten: Wir wurden übermannt. Wir hatten eine Telefonnummer online gestellt (die private Handynummer von Moritz Schefers, d. Redaktion) und wurden überrannt. WDR, RTL, Sat.1, Auftritte, N-24. Es wurde alles auf einen – auf DEN berühmten Pizzakarton aufgeschrieben. Dann kam das Problem mit den Rechten an der Melodie dazu. Die Frage, ob wir das Lied rausnehmen müssen, ob wir einen Plattenvertrag kriegen. Und dann kam ein neuer Manager, der Ulf (Switalski, d. Redaktion) aus Berlin, dazu. Er ist direkt in den Zug nach Münster eingestiegen, kam hier herein und fragte: „Moritz, was ist hier möglich? DSL?“ „Ja.“ „Festnetztelefon?“ „Ja.“ „W-LAN?“ „Ja.“ „Handy?“ „Ja.“ „Wieviele Telefonnumern?“ „So und so.“ „Okay!“
Er hat sich dann hier hingesetzt, sein Notebook aufgeklappt und erstmal fünf Stunden mit zwei Telefonen parallel telefoniert. Kein Witz, das ist nicht übertrieben. Wenn wir ihn nicht gehabt hätten, dann wäre es nicht so easy und so schnell und so korrekt abgelaufen. Er war kein Manager, der uns Geld aus der Tasche zieht und uns knallhart mit Handschellen ankettet, sondern er war eine riesige Hilfe. In den ersten zwei Tagen, als das Management alles geklärt hatte, hatten wir hier ungefähr 50 Radiointerviews. Wir saßen zu zweit da und haben eins nach dem anderen am Telefon abgespult.
Schefers: Phoner.
Jötten: Ja, Phoner. Die ganzen Interviews wären ohne Manager und dessen Koordination nicht möglich gewesen.
Schefers: Und es ist immer jemand da, den man fragen kann, wenn irgendwas ist. Man weiß, dass es immer jemanden gibt, der einem sagen kann, was zu tun ist – ob das dann immer das richtige ist, weiß man ja eh vorher nicht. Aber er hatte einfach die Erfahrung, wir nicht. Wenn man jetzt sagt: „Ihr hättet das doch auch allein schaffen können, schließlich seid ihr auch allein erstmal bis dorthin gekommen“, dann ist das Quatsch.
Irgendwann kam der Vorwurf auf, dass ihr alles von langer Hand geplant hättet – unter anderem den Rechtsbruch in dem Wissen, dass ihr ihn mit dem Rückhalt Internetgemeinde umschiffen könnt und am Ende die große Mark macht.
Jötten: Ich habe mal beim Fußball nach einer Flanke den Ball falsch getroffen. Er ging per Volleyschuss in den Winkel. Da hätte ich auch hinterher behaupten können: „Das habe ich extra gemacht.“ Also einiges ist nur ein Lob für uns.
"Die erste Theorie ist völliger Quatsch"
Schefers: Es gibt ja zwei Theorien. Die eine: Von langer Hand geplant von Stefan Raab oder irgendwelchen Labels. Und dann sagen viele: Ihr habt von vornherein an den kommerziellen Erfolg gedacht. Die erste Theorie ist natürlich völliger Quatsch.
Jötten: Wer castet schon Moe? (lacht)
Schefers: Wir haben uns zwischenzeitlich Theorien überlegt, die wir mal auftischen könnten, um das ganze noch ein bisschen anzuheizen – zum Beispiel, einem BILD-Reporter zu erzählen, dass wir gar nicht Uwu Lena sind sondern Stefan Raab und die „Heavytones“ (seine Studioband bei TV total, d. Redaktion). Wir wollten dann kein Öl ins Feuer gießen und haben es gelassen. Es gab einen Bericht bei „RTL explosiv“ über uns mit zwei Experten, einer von der „Musikwoche“ und einer von „Jam FM“. Darin haben beide gesagt haben, das Lied sei professionell produziert, sei radio- und fernsehtauglich, das könnten ein paar Studenten gar nicht. Ja gut, er ist der Musikexperte, nicht wir… (lacht). Aber wenn er das so sieht, dann ist das tatsächlich ein riesiges Lob. Diese Berichte fand ich am lustigsten und am spannendsten.
Und die zweite Theorie?
Schefers: Wir hätten das von langer Hand geplant… Also nachdem es losgegangen ist und wir bei Johnny zusammengesessen haben und im Fernsehen bei DSF bzw. Sport1 das Video lief, ohne dass es irgendwelche Rechte daran gab, da war der Gedanke: „Oh, das läuft jetzt im Fernsehen…“
"In dem Moment glaubst du nicht daran"
Dann spinnt man natürlich irgendwelche Gedanken, wie es weitergehen könnte. Aber in dem Moment glaubst du nicht daran. Man hat vielleicht immer irgendwelche Ideen, bei denen man denkt: Ja, vielleicht könnte das was werden. Aber da sagt man nicht: „Wir machen jetzt das Lied. Das ist ein Cover. Satellite. Das hat die Komponente Fußball, Satellite hat auch schon gewonnen, dazu ist jetzt die WM – das texten wir jetzt um und dann gehen wir damit in die Charts“. Also so war es natürlich nicht.
Habt ihr einkalkuliert, dass die Rechtefrage nie gegen euch verwendet werden könnte, weil der Druck im Netz so groß sein würde?
Schefers: Nö, als wir das online gestellt haben, habe ich gar nicht darüber nachgedacht, dass es dieses Rechteproblem gibt, weil ich nicht davon ausgegangen bin, dass es innerhalb von zwei Tagen 100.000 Leute sehen würden. Als das Video fertig war und wir es online gestellt haben, habe ich schon gedacht, dass es mehr Leute interessieren würde als das, was wir sonst so an Videos produzieren und herumschicken. Ich dachte mir schon, dass es zur WM-Zeit ein paar mehr Leute interessiert. Dann denkt man sich: „Gut, dann haben wir am Ende ein Video bei YouTube, das 100.000 Mal geklickt wird“ – aber dann denkst du dir nicht, dass es schon nach zwei Tagen so viele Klicks sind, dass dann ein Anwalt kommt und dich abmahnt, Montag dein Manager da ist und du Mittwoch einen Auftritt in Berlin hast.
"Uns war trotzdem mulmig"
Jötten: Als es dann so viele Klicks waren, war uns trotzdem mulmig. Wenn man so liest, was es da für Strafen geben kann, und als uns dann Leute sagten, das könne auch so und so ausgehen – das wäre dann nicht so der Hit gewesen. Das stand schon noch auf der Kippe. Klar, es hat uns geholfen und beruhigt, dass die Leute im Netz sagten: „Gebt uns unser Lied zurück!“ Rechteinhaber sagen dann wohl eher: „Okay, es war ein dummer Streich von euch oder ein bisschen unbedacht, nehmt es raus und es gibt keinen Ärger.“
Wie hat man denn den Inhaber abgespeist?
Jötten: Gar nicht abgespeist. Wir haben einfach darüber gesprochen, ob es nicht vielleicht doch veröffentlicht werden kann, ob die Leute darauf Lust haben und inwieweit sie überhaupt rechtlich gegen uns vorgehen können. Dass erstmal der Anwalt angerufen hat und gesagt hat: "Das ist unser Produkt, das sind unsere Rechte, jetzt ist erstmal Feierabend“ – das kann ich verstehen, das würde doch jeder so machen.
Dann wurde es durchdisktutiert. Das ging über Stefan Raab, über Universal, über die EMI, über unseren Manager und hin und her. Dann wurde der Text übersetzt und an John Gordon (den Komponist der Melodie von „Satellite“, d. Redaktion) geschickt. Jeder, der beteiligt war, wurde befragt. Wie es genau gelaufen ist, weiß ich nicht. Über unser Management kam immer bei uns an: „Der hat dies gesagt, der hat das gesagt.“ Am Ende hieß es: „Es steht noch eine Aussage von Stefan Raab aus, der ist aber im Urlaub.“
"Wir sind in der Küche vollkommen ausgerastet"
Irgendwann kam dann die große Mitteilung. Die war: „Jungs, Stefan Raab gibt gleich eine Pressemitteilung raus, er unterstützt euch und findet das Lied super.“ In dem Moment sind wir hier in der Küche vollkommen ausgerastet. Sind auf den Tisch gesprungen, haben herumgeschrien. Irre, Wahnsinn! Für uns war schon Wahnsinn, dass Stefan Raab das Lied überhaupt erst gehört hatte. Geil! Geil! In dem Moment ist vielen ein absoluter Stein vom Herzen gefallen. Wir saßen hier vorher drei, vier Tage zusammen und haben uns gefragt: Was passiert jetzt bloß. Als Raab sagte, es ist okay, da war das der Moment, in dem wir durchatmen konnten.
Schefers: Bevor Raab uns angerufen hat, hat der Manager gesagt: „Ihr wisst ja, wenn eine unbekannte Nummer bei euch anruft, geht ihr nicht ran. Das können nur Anwälte sein oder sonst irgendwelche Leute, die etwas von euch wollen.“ Aber dann hat er gesagt: „Wenn in den nächsten zehn Minuten ein Anruf von Unbekannt kommt, dann geht mal ran.“ Dann klingelte das Handy, wir waren gerade auf der Fahrt zu einem Radiosender nach Oberhausen – und Raab war dran. Er hat Glückwünsche ausgesprochen. Der Wortlaut war etwa: „Hallo, hier ist Stefan Raab. Wollte mich mal kurz melden. Herzlichen Glückwunsch, wir sind ja jetzt Partner. Wollte ich nur mal gesagt haben. Tschüss.“
War das der einzige Kontakt zu Raab?
Jötten: Ja, seine Sendung hat Sommerpause. Er hat aber gesagt, wenn TV Total wieder los geht, seid ihr bei mir auf der Couch.
Gibt’s bald einen neuen Song?
Schefers: Ja, wir arbeiten daran. Ob das noch mal groß veröffentlicht wird, kann keiner sagen. Ich denke mal, das Projekt, das bisher gelaufen ist, war in dieser Form einmalig. Es war streng auf die WM bezogen und konnte nur im WM-Zeitraum von ein paar Wochen laufen. Jetzt gucken wir, ob wir noch was anschließen könnten. Wir machen uns aber keine großen Sorgen darum. Wenn es nicht klappt, dann halt nicht.
"Klar, dass das nicht noch einmal so eine Bombe wird"
Jötten: Wir haben die Möglichkeiten und arbeiten daran. Die Leute von Universal haben aber selbst gesagt: „Sowas haben wir noch nie erlebt in so schneller Zeit.“ Da gab es mal die Atzen („Hey, das geht ab“, d. Redaktion), aber das gab es auch schon ein Jahr, als es bei Hertha BSC Berlin im Stadion gespielt wurde. So schnell ging es noch bei niemandem. Wir sind drei Wochen Top-Five gewesen und müssen jetzt für uns wissen, dass es nicht noch einmal so schnell so erfolgreich wird. Wie soll man etwas Einmaliges wiederholen?
Und deshalb ist es auch für uns klar, dass das, was wir im Anschluss machen, nicht noch einmal so eine Bombe wird. Das werden dann viele mit „Schland o Schland“ vergleichen. Aber wir versuchen ein Ding zu machen, das den Leuten gefällt. Vielleicht haben wir noch mal Spaß mit ihnen. Oder wir haben Spaß. Dann ist es cool. Und wenn nicht – auch egal.
Was hat es mit dem Song „Münster spielt“ auf sich?
Jötten: Das ist was anderes. Das Ding fürs Label wird etwas für ganz Deutschland, für alle. Mehr können wir dazu nicht sagen, weil es noch nicht hundertprozentig fertig ist. Aber da gehen wir ganz locker ran.
"'Münster spielt' gibt es schon mindestens ein Jahr"
Schefers: Schön ist, dass „Münster spielt“ offenbar zurzeit unsere inoffizielle neue Single ist (lacht). Das ist gar nicht so. „Münster spielt“ gibt es schon mindestens ein Jahr und ist eine Fußball-Hymne für alle Vereine im Fußballkreis Münster-Warendorf.
Jötten: Erst habe ich den Song „Isso“ für Borussia Münster II gemacht. Danach kamen von mehreren Vereinen Anfragen: Kannst du uns einen Meistersong schreiben oder einen Vereinssong machen? Aber ich kann ja für keinen Song für einen Verein schreiben, bei dem ich nicht spiele. Also hab ich mir gedacht, ich mache einen Song für ganz Münster. Daraus ist eine Hip-Hop-Version geworden. Die hat Moe und mehreren anderen gefallen – ich hoffe, es hat dir gefallen, du tust zumindest so…
Schefers: Ja. (lacht)
Jötten: Jedenfalls haben wir gesagt, wir machen daraus einen Partyremix – oder Ballermannremix. Der geht einfach nach vorne. Viele von Uwu Lena haben mitgemacht, jeder einen Teil, wir haben einfach Mucke gemacht. Jetzt ist das Spiel Preußen gegen Wolfsburg (So., 15 August, d. Redaktion). Da machen wir „Münster spielt“. Das ist extra für Münster – ein local Uwu-Lena-Ding.
Eine Kostprobe, bitte.
Jötten und Schefers (singen): Wir sind fußballverrückt hier im Münsterland und wir gehen jeden Sonntag auf den Rasen. Denn wenn Münster spielt, ja dann singen alle Mann schalala schalala schalalala – Münster spielt! (lachen).
Jötten: Ja, so geht das ungefähr.
In Preußen-Fanforen regt sich erster Widerstand gegen euren Auftritt.
Jötten: Ja? Dazu kann ich folgendes sagen an die lieben Preußenfans: Ich weiß, dass viele von ihnen und gerade von den Ultras gegen diese Deutschland-Kommerzialisierung des Fußballs sind. Auf einmal ist jeder Deutschland-Fan und jeder hat irgendwas von Deutschland an. Ich kann verstehen, dass sie das nicht mögen. Ich habe von vornherein Kontakt zu Leuten aufgenommen, die dort aktiv sind. Ich weiß, dass das Preußenstadion deren Wohnzimmer ist. Ich freue mich, dass wir eingeladen werden. Ich hoffe aber, dass wir den Auftritt vorher mit ihnen abklären können.
"Ich kann eure Vorbehalte verstehen"
Ich gehe nicht einfach bei jemandem zu Hause rein und sage: „Ich mach jetzt hier mein Ding.“ Ich weiß das zu wertschätzen. Es sind aber auch viele Familien im Stadion Ich fänd’s gut, wenn man einfach mal was zusammen macht. Vielleicht ist das ja möglich. Von hier aus: Peace an alle. Ich kann eure Vorbehalte verstehen. Aber wir stehen hier, sind offen – und ich werde noch mal anrufen. Im Endeffekt entscheidet ihr das, aber unser Angebot steht. Ich tue das nicht aus Angst, sondern weil ich als Fußballfan, der lange in der Kurve stand, weiß, wie das ankommt. Mich hätte so was vielleicht auch angekotzt (lacht).
In zwei Jahren ist Europameisterschaft – habt ihr vor, wieder etwas in der Art „Schland o Schland“ zu starten?
Schefers: In der Art geht das gar nicht. Dieses Gesamtpaket inklusive Internethype wird in zwei Jahren nicht noch mal so verlaufen, das ist klar. Wenn wir Lust haben, noch mal ein Fußballlied zu machen, dann machen wir das. Und wenn es ankommt, dann kommt es an. Aber wir haben uns nirgendwo dazu verpflichtet, in den nächsten zehn Jahren zu jedem Turnier Fußballsongs zu schreiben. Wir sehen das auch nicht als unsere persönliche Pflicht an.
"Bevor wir was Erzwungenes machen, gehen wir nach Hause"
Jötten: Es darf nicht erzwungen sein. Uwu Lena und alle Musik, die wir in den letzten zehn Jahren gemacht haben, ist nicht erzwungen erstanden. Das kam immer irgendwie so. Klar kann man sich ein Konzept erarbeiten, aber es darf nicht erzwungen sein. Ich bin sicher, dass es bei jedem in der Gruppe so ist: Bevor wir irgendwas Erzwungenes machen, gehen wir lieber nach Hause. Dann gehen wir. Oder spreche ich nicht für alle?
Schefers: Doch.
Jötten: Uns zu verkaufen… Nö.
Besten Dank fürs Gespräch.
ZUR SACHE
Die Studenten-Combo um Moritz Schefers und Johannes Jötten gab sich den Namen „Uwu Lena“, sang auf den Charthit „Satellite“ einen neuen Text zur Fußball-WM, stellte einen eigens produzierten Video-Clip ins Internet und wurde binnen kurzer Zeit berühmt. Später bekam die Combo einen Plattenvertrag und war drei Wochen in den Top Ten der deutschen Charts. Die Münsteraner traten damit in ganz Deutschland auf - unter anderem auf der Fanmeile an der Berliner Siegessäule.

























