Verkehrschaos nach Schlägerei
MÜNSTER Im Gerichtssaal blieb zwischen "Hells Angels" und "Bandidos" noch alles friedlich, kurz nach der Verhandlung flogen dann die Fäuste: Fast 100 Rocker landeten nach einer Massenschlägerei an der Weseler Straße/Autobahnzubringer im Polizeigewahrsam.
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Verkehrschaos
An einer "roten" Ampel stand ein "Mannschaftswagen" der "Hells Angels", besetzt mit sechs Kuttenträgern. Zunächst giftete man sich gegenseitig an. Als ein 23-jährige "Bandido" aus Berlin von dem Hells-Auto angefahren und dabei leicht verletzt wurde, eskalierte die Situation. Beide Parteien droschen aufeinander ein und die sofort mit einem Großaufgebot eingreifenden Polizisten hatten alle Mühe, die Rocker zu trennen. 79 "Bandidos" und 17 "Hells Angels" wurden in die extra eingerichtete Gefangenen-Sammelstelle ins Polizeipräsidium gebracht. Bis in die Abendstunden riegelten zwei Hundertschaften Autobahn A 43 und Weseler Straße ab, es kam im Süden der Stadt im Feierabend- und Weihnachtsmarktverkehr zu chaotischen Situationen. Über fünf Kilometer Rückstau auf allen Verkehrsachsen lösten sich erst am späteren Abend auf.
Am Mittag hatte alles so friedlich begonnen. Höllen-engel und Banditen hatten getrennte Parkplätze (Hindenburgplatz, Georgskommende) und auch zum Auftakt des Mordprozesses zwei unterschiedliche "Fan-Blöcke" im Saal 23 des Landgerichts. Zwischen den Rockern saßen 20 Polizisten und sorgten dafür, das es bei bösen Blicken blieb.
Zittern vor Gericht
Zuerst saßen die "Bandidos", dann wurden die "Hells" geschlossen von Polizisten hereingeführt. Enttäuscht waren die recht wenigen Schaulustigen, sie harrten bei eisigen Temperaturen am Hindenburgplatz aus und bekamen nicht eine Harley Davidson zu sehen. Weil es bitterkalt war, bevorzugten die aus ganz Deutschland angereisten Motorrad-Freaks gut beheizte Großraum-Limousinen für die Tour zum Gericht. Weil nur ganz wenige Rocker im Zuschauerraum Platz fanden, zitterten die Kumpels vor der Tür, bis nach 15 Minuten der erste Prozesstag vorbei war.


















