26. Februar bis 28. Mai
Ausstellung "Goldene Pracht"
Das Landesmuseum stellt spektakuläre Kirchenkunst aus. mehr...
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KINDERHAUS KINDERHAUS Die Mieterin soll 1600 Euro Nebenkosten nachzahlen. Mit ihrer Jahresabrechnung, die sie vom Verwalter ihrer Wohnung bekommen hat, wendet sie sich an das Begegnungszentrum Sprickmannstraße. Dort bekommt sie einen Mieterberatungsschein, der es ihr ermöglicht, ein Jahr Mitglied im Mieterschutzbund zu werden und dort kostenlosen Rechtsbeistand in Anspruch zu nehmen.
Kooperieren beim Ausstellen von Mieterberatungsscheinen in Kinderhaus (v.l.): Michael Willamowski, Angela Vrbanec und Thomas Kollmann. (Foto: Stephan Oerter)
Jene Mieterin wohnt in der Kinderhauser Nordwestschleife. In einer Wohnung, die dem Immobilienspekulanten Nau gehört. Ihr Schicksal ist kein Einzelfall, sagt Thomas Kollmann, der Leiter des Begegnungszentrums. Zehn Mieterberatungsscheine hat er seit Oktober ausgegeben.
Drei weitere hat Angela Vrbanec ausgestellt. Sie arbeitet bei der Kinderhauser Arbeitslosen-Initiative (KAI) und rechnet damit, dass die Nachfrage nach kostenlosen Mieterberatungen - genau das ermöglichen die Mieterberatungsscheine ihren Klienten - bald stark ansteigen wird: "Nach dem Jahreswechsel werden ja die Nebenkostenabrechnungen verschickt", sagt sie.
Bislang einmalig in Münster
Dass Vrbanec und Kollmann diese Scheine überhaupt ausstellen dürfen, ist bislang einmalig in Münster. Eigentlich ist das nämlich Sache des Sozialamtes, wie dessen Leiter Michael Willamowski sagt. Man wolle durch die Kooperation mit KAI und dem Begegnungszentrum erreichen, dass mehr Menschen dieses Angebot annehmen, sagt Willamowski.
In Anspruch nehmen können diese Mieterberatungsscheine Bezieher von Hartz IV und Asylbewerber. Menschen also, die die Berater von KAI und auch die Mitarbeiter des Begegnungszentrums sowieso kennen. "Das Angebot wird so niedrigschwelliger", sagt Willamowski, "die Hemmschwelle sinkt".
Stadt und Mieter profitieren Je mehr Mieter die Mieterberatungsscheine nutzen, desto mehr profitiert die Stadt. Zwar zahlt das Sozialamt zunächst die Mitgliedsbeiträge für den Mieterschutzverein oder den Mieterverein Münster (pro Jahr 52 Euro). Allerdings müsse die Stadt, die diese Scheine übrigens seit elf Jahren ausstellt, dadurch erheblich weniger Nebenkostennachzahlungen leisten. Auch Mieterhöhungen könnten häufig abgewendet werden, weil sie nicht berechtigt seien, sagt Willamowski. "Wir haben ganz klar festgestellt, dass sich das für die Stadt lohnt".Doch auch die Mieter profitieren, selbst wenn das Sozialamt für Miete und Nebenkosten aufkommt. So könnten sie über die Mietervereine erreichen, dass Defekte an den Wohnungen beseitigt werden. Und - ganz wichtig - sie lernen, sich selbst zu helfen. Dass Begegnungszentrum und KAI nun die Mieterberatungsscheine ausstellen dürfen, sagt denn auch Thomas Kollmann, "ist ein wichtiger Baustein zur Mieterselbsthilfe".
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