Brand im SC-Sportheim: Neuanfang in Warteschleife
SPRAKEL Sein Lebenswerk ist bis auf wenige Grundmauern niedergebrannt - und ganz genauso fühlt sich auch Peter Altschäffl. Nach dem verheerenden Feuer, das am Sonntagmorgen das Sprakeler Sportheim nahezu vollständig zerstörte (wir berichteten ausführlich), sagt der Chef des Platzes: "Ich kann nicht mehr".
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Da stehen sie nun, die Männer der ersten Stunde. Diskutieren am Bauzaun über Brandursache und Folgen, stoßen mit den Stiefelspitzen in das von der Feuerwehr zusammen getragene Häufchen Elend im Wendekreis des früheren Sportheims. So leidenschaftlich die gewählten Worte sind, mit denen sie in Erinnerungen schwelgen, so schlaff hängen ihre Arme, die Hände in den Hosentaschen versunken. "Jahrelang hab ich hier den Speis angerührt. Und die Frauen kochten jeden Tag, während wir hier gearbeitet haben. 85 war das schon!", sagt Karl-Heinz Byhan. Und so recht entscheiden, ob er bei seinen Erzählungen lieber lächelnd oder deprimiert dreinschauen soll, kann sich der zweite Platzwart augenscheinlich nicht. "Das alles hatten wir nur ihm allein zu verdanken", sagen Byhan und Günter Laserich unisono über den Mann, der gestern wie heute mit den Tränen zu kämpfen hat, "nur ihm".
Peter Altschäffl (Foto) mag die so ehrfürchtigen Worte gar nicht hören. Immer wieder legt der Chef des Platzes sich stützend die Fäuste in die Hüfte, schüttelt den Kopf. "Da ist wohl noch Werkzeug im Schrank und ich weiß nicht, ob das noch in Ordnung ist. Aber ich darf da ja nicht ran, ist ja alles gesperrt", sagt er, "man hat so viel auf einmal im Kopf. Ganz andere Sachen."
Weiter vorn wird derweil spekuliert. Die Umkleideräume scheinen am schlimmsten mitgenommen, sofern eine Wertung hier denn überhaupt noch möglich ist. War`s eine Sicherung? Der Kühlschrank im hinteren Bereich? Was auch immer Auslöser des katastrophalen Feuers war - er wird den Besitz nicht zurückbringen. Dass die Feuerversicherung "lückenlos" scheint, ist ein Trost, nicht mehr. Zumindest nicht für Altschäffl. "Es war doch alles vom Feinsten! Wir hatten hier eine der schönsten Sportanlagen in ganz Münster. Immer gut gepflegt!" Was vom Feuer verschont blieb, wurde von 700 Kubikmetern Löschwasser zerstört. Vom herunterstürzenden Dach, vom Ruß. "Aber die Jugendzelte sind heil geblieben", übt sich Laserich in verhaltener Freude. Ein kleiner Lichtblick, der gleich mit dem nächsten Satz wieder ausgeknipst wird: "Aber der giftige Qualm steckt drin, das geht nie wieder raus. Völlig unbrauchbar."
"Da fangen wir halt wieder von vorne an", sagt Günther Glosemeyer. Durchhalteparolen, nicht viel mehr. Denn wie es weiter geht, weiß hier derzeit niemand. Obgleich: Ein Neuanfang, mit dem passenden Geld in der Hand, wird sicherlich sehr viel schneller und einfacher zu bewältigen sein, als all die Arbeit der vergangenen 25 Jahre. Nur fehlt dann die Geschichte mit all ihren Geschichten. "Wieviele Leute hier gefeiert haben ...", schwelgt Byhan wieder lächelnd. "Da steckt ja nicht nur Schweiß drin, sondern auch jede Menge Spaß."
Vielleicht werden die alternden Herren in den nächsten Wochen ja wieder neuen Schwung und Spaß bekommen, wenn Sie mit Hammer und Bagger die letzten Überbleibsel der Außenmauern einreißen - besten Wissens, dass sie vielleicht schon bald das wirklich modernste Sportheim Münsters besitzen können. Und vielleicht wird sich Peter Altschäffl dann auch über ein zweites "Lebenswerk" freuen, auch wenn er sich dies jetzt noch gar nicht vorstellen mag. Schließlich hat er "ganz andere Sachen im Kopf". Wie sein Werkzeug, die Brandursache und all die schönen Erinnerungen.




















