Brand im Sportheim: "Alles weg"
SPRAKEL "Ich habe gar nichts mehr", sagt Peter Altschäffl mit zittriger Stimme. Acht Stunden nachdem er die Flammen meterhoch aus "seinem" Sportheim schießen sah, löst sich der erste Schock beim Platzverwalter des SC Sprakel und weicht ohnmächtiger Trauer. "Es ist alles weg, alles weg."
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Es ist 7.04 Uhr, als Altschäffl den SCS-Vorsitzenden Roland Westerschulte über den Brand des Sportheims informiert. Der zieht sich ein paar Sachen über, fährt in Greven los gen Sprakel, Hals über Kopf. Um 7.20 Uhr steht auch er vor dem Brand. Wie Altschäffl, wie Nachbar Franz Schneider (er hatte den Brand entdeckt). Ebenso hilflos, ebenso erschüttert.
"Da war schon nix mehr zu retten", wird Altschäffl später sagen. Tennishütte, Werkstatt, die Umkleiden - bis auf die vorderen Außenmauern und den kleinen seitlichen Verwaltungsbereich ist alles abgebrannt. Der Abstellraum, in dem Fußbälle der größten Sprakeler Abteilung Leder an Leder lagern, scheint auf den ersten Blick unversehrt, ebenso wie die Heizungsanlage. Da der Rest des Gebäudes allerdings in Trümmern liegt, auch der Clubraum wie das Büro wegen des Rußes und des Löschwassers wohl in Gänze unbrauchbar sein dürfte, wird auch dieses kleine Stück gemauerte Vereinsgeschichte möglicherweise bald der Vergangenheit angehören.
Das 1984 von der Stadt übernommene Flachdach-Gebäude wurde im Laufe der Jahre immer weiter in Eigenregie entwickelt, 1991 folgte die große Erweiterung um einige Räumlichkeiten. Spitzdach, Tennishütte - und zuletzt vor zwei Jahren dann noch neue Türen: "Wir hatten richtig Geld in die Hand genommen, und erst jetzt war es so, wie es eigentlich sein sollte", sagt Westerschulte vor dem "grausigen Anblick". Das Geld zumindest scheint nicht verloren - Gebäude und Inventar sind feuerversichert, "das zumindest dürfte keine Probleme geben". Die Feuerwehr ging nach ersten Schätzungen von einem Gesamtschaden in Höhe von 250 000 Euro aus. Der ideelle Schaden indes scheint unermesslich - nicht nur für Altschäffl, der hier "mein Lebenswerk" untergehen sieht. Pokale sind geschmolzen, Bilder aus den 50er Jahren, Urkunden und Freundschaftswimpel wie jener der nepalesischen Nationalmannschaft vernichtet, vom Inventar ganz zu schweigen.
Immerhin: Die 46 Jahre alte Vereinsfahne hat die Feuerwehr retten können, auch sämtliche Akten und das immerhin 75-jährige Archiv konnten dank des groß angelegten Einsatzes vor den Flammen bewahrt werden. Nicht viel, aber doch genug, um nicht gänzlich die Hoffnung zu verlieren.
Grillabend
Noch am Freitag hatten die Alten Herren des SC Sprakel hier ihren Grillabend, "danach habe ich am Samstagmorgen noch alles sauber gemacht und wieder her gerichtet", so der Platzwart. Nun ist alles schwarz verklumpt, verbrannt, zerstört - sofern es überhaupt noch identifizierbar ist.
Die Solidarität für den Sprakeler Club ist groß. Grün-Weiß Gelmer hat wie einige andere Vereine gleich Unterstützung angeboten. Und der SCS wird diese sicherlich wahrnehmen. Denn der Platz Im Draum ist bis auf weiteres gesperrt, Training und Spiel hier nicht möglich.
Es muss aber weiter gehen - deshalb wird es heute erste Gespräche zwischen Verein und Stadt geben. Möglichkeiten ausloten, Alternativen finden. Denn die sind in Sprakel rar gesät - trotz aller Solidarität.


















