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Medienhaus Lensing
10.02.2012 18:29 Uhr
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Matthias-Claudius-Grundschule: Ein Arzt für Herzensangelegenheiten

HANDORF Es war ein Vortrag mit Herz und Hirn, dem die Kinder und Lehrer der Matthias-Claudius-Grundschule gestern lauschten. Dr. Matthias Paul und Professor Martin Burger erklärten Schülern das Zusammenspiel von Medizin und Mathe.Von Andreas Jankowiak

„Ich bin ein Arzt für Herzensangelegenheiten“, stellte Dr. Matthias Paul sich vor. Der Kardiologe an der Uniklinik erklärte den Schülern gemeinsam mit dem Professor für Angewandte Mathematik, Martin Burger von der Uni Münster, das Zusammenspiel von Mathematik und Medizin. „Ganz viele Mal“, so eine Schülerin, würde das Herz Blut durch den Körper pumpen.

Tankwagenfüllung

Paul kannte die genauen Zahlen. Am Tag ist es eine Tankwagenfüllung, im gesamten Leben könnte mit der Blutmenge ein Containerschiff gefüllt werden. Als Kind ist die Zahl der Pulsschläge pro Minute höher als beim Erwachsenen. „Hochgerechnet schlägt das Herz im ganzen Leben rund drei Milliarden Mal, rechnet der Mediziner vor. Um die Arbeit des Herzens zu veranschaulichen, durfte Jahn Müller schließlich sein T-Shirt ausziehen und sich auf einer Liege niederlassen.

Matthias Paul hatte ein Ultraschallgerät mitgebracht, um den staunenden Kindern zu zeigen, wie das Herz des Doktoranden schlägt. Doch was haben Ultraschall, Computer-Tomografie oder Röntgen-Untersuchung mit der Welt der Zahlen zu tun? „Um ins Herz gucken zu können, brauchen wir auch Hirn“, sagte Martin Burger. Der Mitdreißiger erklärte den jungen Handorfern und ihren Lehrern, dass das Bild einer Computer-Tomografie (CT) oder Röntgenbilder eigentlich aus ganz vielen Zahlen besteht. Schokolade steigert die Aufmerksamkeit von Kindern. So musste ein Überraschungsei als Versuchsobjekt herhalten.

In jedem siebten Ei

Laut Werbung soll in jedem siebten Ei eine Figur schlummern. Schütteln, Horchen und Gewicht schätzen reichte den Wissenschaftlern nicht aus, um diesen Werbespruch auf seine Wahrheit hin zu überprüfen. Also schoben sie die Schokolade in die „Röhre“. Nun wurde es mathematisch. Burger rechnete mit den Kindern das so genannte Magische Quadrat durch, bei dem die Zahlen in Höhe und Breite immer die gleiche Endsumme ergeben. Ziffern schwirrten durch den Raum, einige Erstklässler wurden bei den Fachbegriffen wie Sollwert, Algorithmus oder inverses Problem, also dem Zusammenspiel von Ursache und Wirkung, allerdings merklich unruhig. Selbst für manch einen Erwachsenen ging die Rechnerei ziemlich schnell. Einige ältere Schüler hatten jedoch kein Problem, Burger zu folgen und halfen fleißig bei der Lösungssuche.

Porsche aus Plastik Doch die Rückkehr zum Überraschungsei beruhigte dann auch die Grundschüler wieder. Denn das Ei hatten die Wissenschaftler mitgebracht. Im Inneren, das ließ sich schon auf dem CT-Bild sehen, befand sich ein Auto – ein Porsche aus Plastik. Als Burger sich erkundigte, ob es noch Fragen gebe, ging in einer der hinteren Reihen ein Arm nach oben: „Wer bekommt jetzt das Überraschungsei?“


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