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Medienhaus Lensing
21.05.2010 19:00 Uhr
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Nachtwei über Afghanistan: Zu wenig, zu spät, falsch eingeschätzt

KINDERHAUS 5180 Kilometer. Das ist in etwa die Entfernung zwischen Münster und Kabul. Zu weit weg? Diesen Eindruck konnte gewinnen, wer am Donnerstagabend einen Blick ins Pfarrzentrum der St. Josef warf. Von Dominique Snijka

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Winfried Nachtwei referierte im Pfarrzentrum. (Foto: Snjka)

Winfried Nachtwei, bis 2009 Bundestagsabgeordneter für die Grünen und im Verteidigungsausschuss, referierte auf Einladung der KAB über Afghanistan. Zuhörer: Gerade einmal 13. Dafür diese Frage im Raum: "Warum müssen wir dahin? Wenn man wenigstens positive Nachrichten hört. Stattdessen dauernd Tote. Wenn das in Krieg ausartet, dann habe ich dafür kein Verständnis", sagt ein Zuhörer. Er sei aus der Kriegsgeneration - "da hat man höllische Angst vor dem Krieg."

Die Fortschritte würden zu wenig kommuniziert, meint Nachtwei, etwa Verbesserungen in der Trinkwasser- und Stromversorgung oder steigende Schülerzahlen. Gleichwohl würde diese positive Aspekte "durch die negative Sicherheitsentwicklung in den Schatten gestellt." Die Einsicht, dass Terrorismus doppelgleisig bekämpft werden muss - durch militärische Mittel und Aufbauhilfe - sei zu spät erfolgt. Zu wenig deutsche Polizisten als Ausbilder seien entsandt worden. Zur aktuellen Sicherheitslage sagte Nachtwei, dass sich durch die internen Konflikte eine regelrechte "Gewaltkultur" entwickelt habe.

Entscheidender Fehler

Zudem habe die Politik in der Vergangenheit einen entscheidenden Fehler begangen: "Man dachte, wenn man etwas in Kabul bewirkt, strahlt das auf ganz Afghanistan aus - eine Fehleinschätzung." Sofortabzug der Truppen? "Dann haben wir zwar weniger Opfer auf eigener Seite, dafür aber mehr auf afghanischer." dos



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