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Medienhaus Lensing
29.08.2010 19:03 Uhr
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Verkaufsoffener Sonntag : Herbstlicher Bummel auf der Marktallee

HILTRUP Schlechtes Wetter? Egal. Davon ließen sich die Besucher des verkaufsoffenen Sonntags in Hiltrup überhaupt nicht abschrecken. Von Thomas Thiel

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Die Besucher des verkaufsoffenen Sonntags ließen sich vom schlechten Wetter nicht davon abhalten, ausgiebig über die Marktallee zu bummeln. (Foto: Thomas Thiel)

Besorgt schaut Selyna Wember in den wolkenverhangenen Himmel über Hiltrup. „Hoffentlich regnet sich das nicht ein“, sagt die Mitarbeiterin der Boutique „Dessous und Meer“. Denn das wäre Gift für den verkaufsoffenen Sonntag, der seit einer halben Stunde auf der Marktallee läuft. Doch der große Regen bleibt aus. Und die Besuchermassen kommen.



Die breiten Bürgersteige der Einkaufsmeile sind gut gefüllt. Entspannt schlendern die Besucher von Schaufenster zu Schaufenster. Auch Silke Niehues und ihre Familie. „Uns gefällt nicht nur die Mischung an Geschäften, sondern auch, dass hier soviel für Kinder angeboten wird“, sagt sie, während ihre Tochter Saskia (7) auf einem kleinen Shettland-Pony ein paar Meter durch die Straßen geführt wird.

"Männerabstellplatz" weitestgehend ungenutzt

Nur bei Carola und Jenny tut sich noch nicht viel. Die beiden jungen Kellnerinnen am „Männerabstellplatz“ warten noch um zwei auf ihren ersten Gast. Das Konzept hinter dem mit rotweißem Absperrband begrenzten Areal, in dem sich die männlichen Begleiter der einkaufswütigen Frauen bei einem kühlen Bier vergnügen sollen, geht offenbar noch nicht auf.

Keine richtige Biergartenstimmung

"Die Männer können sich wohl nicht durchsetzen und müssen mit in die Shops“, witzelt Carola. Bei den kühlen Temperaturen will aber auch einfach keine Biergartenstimmung aufkommen. Das ist Matthias Kniesel ganz recht. „Das Wetter kommt uns gerade recht“, freut sich der Geschäftsführer von „Huttmann Mode.Sport.Lifestyle“. „Da sind die Leute genau in der Stimmung, unsere neue Herbst- und Winterkollektion zu kaufen.“ Ein Blick in seinen Laden gibt ihm recht. Denn der ist brechend voll. An jedem zweiten Kleiderständer werden dicke Jacken anprobiert, Wollpullover übergestreift, Schals begutachtet.

Rund 30 Prozent mehr Umsatz als an normalen Tagen

Kniesel rechnet mit rund 30 Prozent mehr Umsatz als an normalen Tagen. Dass ihm der verkaufsoffene Sonntag jedoch nachhaltig mehr Geld in die Kassen spült, glaubt er nicht: „Dafür ist an den Tagen davor und danach weniger los.“
Das sieht Falk Westerholt ganz anders. „Natürlich ist das ein Zusatzumsatz für uns“, sagt der Inhaber des gleichnamigen Schreibwarengeschäfts.
 
Unverzichtbare Veranstaltung im Stadtteil

„Durch den verkaufsoffenen Sonntag kriegen wir Kunden, die unter der Woche nie in Hiltrup einkaufen.“
Für Westerholt ist die Aktion längst eine unverzichtbare Institution im Stadtteil. Ein Urteil, dass die meisten Geschäftsleute auf der Marktallee wohl teilen. Auch Kniesel: „Das ist ein Sonderservice, den unsere Kunden honorieren – und das ist gut für Hiltrup.“


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