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Theater
Ingrid Puckelwaldt und Hans-Harald Stokkelaar seit 40 Jahren an der Heimatbühne
Von Peter Sauer am 5.02.2010 19:15 Uhr
GREMMEBDORF Sportlich springt Ingrid Puckelwaldt durchs hohe Spritzenhausfenster. Als eifersüchtige Feuerwehrsfrau will sie ihren Mann beim vermeintlichen Seitensprung erwischen.
M3-STOKKELAAR ALS TANTE FRIEDA - REPRO SAUER
Hans-Harald Stokkelaar spielte die "Tante Frida".

In dieser Rolle begeisterte Puckelwaldt zuletzt im Stück "Miene Frau is bi de Füerwiär" (Feuerwehr) der Niederdeutschen Heimat-Bühne der K.G. "Pängelanton". Kaum zu glauben, aber sie steht dort schon seit 41 Jahren auf der Bühne. Seit 40 Jahren ist Hans-Harald Stokkelaar dabei. Beide gelten als Aushängeschild. "Erst spielten wir die jugendlichen Liebhaber, jetzt die komischen Alten", ergänzt Stokkelaar süffisant.

Authentisch

So authentisch, dass viele Zuschauer dachten, sie wären auch im echten Leben ein Paar. Doch Puckelwaldt war bereits bei ihrer sexy Premiere 1969 im knallroten Hosenanzug glücklich verheiratet.

"Uns verbindet eine sehr gute Freundschaft", sagt die ehemalige Landgerichtsangestellte, "fast eheähnlich". Auch wenn bei den ersten Kuss-Szenen die Regisseure noch mit energischem "Geht doch mal näher ran" nachhelfen mussten. Ihre Texte paukt die 64-Jährige gerne beim Spazieren oder Busfahren, dann leise vor sich sprechend. "Bis auf wenige laute Ausrutscher mitten im Bus der Linie 8", erinnert sich Puckelwaldt. Sie stand in ihrem Geburtsort Uentrop schon mit 6 Jahren auf der Bühne. Bei der ersten Probe in Gremmendorf wollte sie erst die Flinte ins Korn schmeißen: "Das ist ja Plattdeutsch. Das kann ich ja gar nicht." Doch Spielleiter Kurt Werner brachte es ihr schnell bei.

Über den Vater zur Bühne

Stokkelaar kam über seinen spielenden Vater zur Bühne. Mittlerweile folgte auch Sohn Gerrit. Tochter Pia versteht kein Platt: "Wenn das Publikum lacht, lache ich einfach mit." Obwohl er von Beruf Bestatter ist, fällt Stokkelaar das Umschalten auf der Bühne nicht schwer: "Berufswitze baue ich in die Stücke ein und manche Textpassagen werden später Trauersprüche."

Auch mit nervenden Zuschauern weiß Puckelwaldt umzugehen. Als ein Mann in der ersten Reihe geräuschvoll Nüsse knackte, baute sie den "Erdnusstick" so ins Stück ein, dass sich der Arme fast verschluckte.

Gerne erinnern sich beide an die Streiche im Ensemble am jeweils letzten Vorstellungsabend. "Da schütten wir echten Schnaps statt Tee in die Gläser oder würzen eine Apfelsine, in die ein Kollege genussvoll reinbeißen muss, mit Salz."

Adrenalinkick

Als ehrenamtlichen Laienschauspieler wurden Ingrid Puckelwaldt und Hans-Harald Stokkelaar 1993 mit der Münster-Nadel geehrt. Bis zum nächsten runden Jubiläum wollen sie auf jeden Fall noch auf der Bühne stehen. "Wir haben immer noch Lampenfieber und auf diesen Adrenalinkick wollen wir partout nicht verzichten", erklären beide.

M3-STOKKELAAR - KARIERT - 1977 - REPRO SAUER
Hans-Harald Stokkelaar zeigte sich 1977 karriert.
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