Top-Designer Ralf Metzenmacher besucht Hiltruper Gymnasium
HILTRUP Ralf Metzenmacher ist kein "Mätzchenmacher", obwohl er mit seiner orangefarbenen Sonnenbrille und seiner Sergeant-Pepper-Uniformjacke ein wenig danach aussieht.
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Vielmehr ist der selbst ernannte "Pinselartist" ein erfolgreicher Künstler und Produktdesigner, der auch gerne mal über sich selbst lacht. Am Freitag referierte Metzenmacher erstmals vor kunstinteressierten Oberstufenschülern des Kardinal-von-GalenGymnasiums (KvG) Hiltrup über die Themen "Produktdesign und Kunst".
Metzenmacher ist jener Designer, der die fast schon tote Marke Puma dank seines Retro-Designs wieder zur weltweiten Trendmarke machte. Der KvG-Gast brach denn auch eine Lanze für den Beruf des Produktdesigners. Denn immer noch herrsche bei vielen Kreativen die Meinung vor, dass Kunst frei sein müsse und es nicht möglich sei, Kunst und Kommerz zu verbinden. Dass auch ein designter Turnschuh eine Skulptur sein kann, dass Produktdesign heute viel mehr ist, als Kaffeemaschinen und Rasierer zu entwerfen und warum mittlerweile sogar "alles Retro ist", stellte Metzenmacher auf humorvolle Weise dar.
Da die Retro-Methodik alles andere als eine einfallslose Kopie sei, ist für Metzenmacher die wahre Kunst heutiger Produktdesigner, "etwas wirklich Neues aus Altem zu machen".
Missionarischer Eifer
Eingeladen, vor seinen Schülern zu referieren, hatte Metzenmacher der KvG-Kunstlehrer Michael Rickert. Der Kurator der Galerie im neuen Jovel und Freund von Steffi Stephan freute sich sehr über das Gastspiel Metzenmachers vor seinen Kunst-Leistungs- und Grundkurslern. Zum Grund, warum Metzenmacher vor drei Jahren eine Professur im Fachbereich Design ablehnte, aber das kleine Dachgeschosszimmer des KvG nun zum Hörsaal machte, sagte der Gast: "Ich mache das aus missionarischem Eifer, um den Stab der Erkenntnis an die nächste Generation weiter zu leiten". Er erklärte den Schülern, warum er sich vor 25 Jahren dazu entschlossen habe, bei der Firma Puma als Produktdesigner anzufangen und wie wichtig es ist, sich nicht zu vergleichen und seinen eigenen Weg zu gehen.
Für die Schülerin Pia Fetting, die leidenschaftlich gerne fotografiert, aber noch unsicher ist, ob sie sich an der Fachhochschule für Design bewerben soll, stand am Schluss der ungewöhnlichen Kunst-Stunde fest: "Der Vortrag hat mir Mut gemacht, meinen eigenen Weg zu gehen."


















