26. Februar bis 28. Mai
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WEST Es war ein flammender und gleichzeitig parteiübergreifender Appell, möglicherweise doch noch einen für alle Beteiligten tragbaren Konsens im Musikschul-Streit zu finden: "Nehmen wir doch die Hand, die uns die Musikschule Nienberge entgegenstreckt, an." So formulierte es die Bezirksvertretung Münster-West.
Die Musikschularbeit in Münster ist weiter in der Diskussion. So wie am Dienstag während der Sitzung der Bezirksvertretung Münster-West. Die schlug vor, den Wünschen der Musikschule Nienberge zu folgen. (Foto: dpa)
"Nehmen wir doch die Hand, die uns die Musikschule Nienberge entgegenstreckt, an", sagte Peter Wolfgarten, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung Münster-West, die am Donnerstag im Hof Hesselmann tagte. Und alle Kommunalpolitiker stimmten diesem Vorschlag zu. Es ging um die in der Vergangenheit viel diskutierte Förderung der Musikschularbeit (wir berichteten mehrfach).
Neue Finanzformel
Zum Hintergrund: Das städtische Fachamt schlägt - auch aus Kostengründen - eine neue Finanzformel für alle öffentlich geförderten Musikschulen vor. Zudem soll eine eindeutige Zuordnung von Stadtteilen zu Musikschulen erfolgen. Vorschläge, die den e.V.-Musikschulen aus Albachten, Wolbeck und Roxel durchaus annehmbar erschienen. Die Musikschule Nienberge hingegen wehrte sich gegen diese Neuregelung und wollte auch weiterhin im Bereich Uppenberg unterrichten. Laut Vorschlag aus dem Rathaus wäre dies künftig nicht mehr möglich.
Einige Diskussions- und Gesprächsrunden weiter verfasste man seitens der Verwaltung nun einen abschließenden Vorschlag. "In diesen flossen auch die Vorstellungen der Musikschulen ein", fasste Schulamtsleiter Klaus Ehling am Donnerstag zusammen.
Zu gleichen Teilen
Während die Musikschule Nienberge in ihrem Stadtteil 100 Prozent der Musikschularbeit anbieten darf, soll sie sich diese in Gievenbeck künftig zu gleichen Teilen mit der Westfälischen Schule für Musik teilen. Der Bereich Uppenberg würde entfallen.
Die weiteren Aufteilungen im Westen: Die Musikschule Albachten übernimmt im Stadtteil selbst 100 Prozent, in Mecklenbeck 30 Prozent. Dort unterrichtet auch die Musikschule Roxel zu 40 Prozent - in Roxel selbst natürlich zu 100 Prozent.
Kleine Änderungen
Eine letzte Bitte der Musikschule Nienberge war es Anfang des Monats, kleinere Änderungen in dem Konzept vorzunehmen. So wünschte man sich, zu 40 Prozent weiter im Bereich Uppenberg tätig zu bleiben und gleichzeitig den Prozentsatz in Gievenbeck um zehn Punkte zu erhöhen.
Eine Anregung, mit der sich alle Parteien auf Initiative der CDU durchaus hätten anfreunden können. Aus diesem Grund schickte man eine Protokoll-Notiz in Richtung Fachausschuss und Rat auf den Weg. "Die angestrebte und gewünschte qualitative und organisatorische Weiterentwicklung der Musikschullandschaft in Münster lässt sich nur gemeinsam verwirklichen", heißt es dort. Man bedaure es, dass die Verwaltung das unterbreitete Angebot zur Modifikation der erarbeiteten Kompromisslinie ablehne, obwohl dafür Spielräume bestünden. "Rat und Verwaltung bleiben aufgefordert, das Angebot der Musikschule Nienberge vor dem Hintergrund eines von allen getragenen und tragfähigen Kompromisses nicht abzuschlagen."
Nicht mehr am Kompromiss rütteln
Ob man dieser Bitte heute im Schulausschuss und später im Rat auch nachkommt, ist fraglich. Denn: Erst jüngst erklärte Meik Bolte, schulpolitischer Sprecher der CDU: "Wir werden an dem ausgehandelten Kompromiss nicht mehr rütteln." Eine Aussage, die bei seinem Parteikollegen Wolfgarten gar nicht gut ankam: "Manchmal ist zwischen den Bürgern und den Bezirksvertretern weniger Papier."
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