Friederike Voecks wird 90: Die Meisterin der Klöppel-Kunst kommt aus Roxel
ROXEL ROXEL Sie gilt als Meisterin der Klöppel-Kunst und das weit über Münsters Grenzen hinaus: Die Roxelerin Friederike Voecks vollendet heute ihr 90. Lebensjahr.
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Die Jubilarin ist in Hirschenstand/Neudeck im Kreis Neueck bei Karlsbad geboren. Im Dezember 1945 wurde sie aus ihrer Heimat vertrieben. Nach einem Zwischenaufenthalt in Thüringen kam sie 1951 durch die Familienzusammenführung nach Roxel.
Das Klöppeln ist ihr Lebenswerk. Diese Flechttechnik, deren Werke wie Spitzen, Bordüren, Tischdecken, Fensterschmuck und vieles mehr von außerordentlicher Zartheit und Schönheit sind, hat Friederike Voecks schon als Vierjährige von ihrer Großmutter gelernt. Die Familie betrieb dieses Kunsthandwerk seit Generationen. Mit einer Klöppelschule und dem Vertrieb von Klöppelwaren unterstützte ihr Großvater die Menschen seiner Umgebung bei deren Heimarbeit.
Kreuzen, drehen, kreuzen Zum Klöppeln werden ein Klöppelständer, ein Klöppelsack, ein auf Papier aufgezeichnetes Muster, Brief genannt, und natürlich die Holzklöppel für das Garn benötigt. Je höher die Feinheit des Werkes, umso größer ist die Anzahl der Klöppel. Die Technik lässt sich auf Kreuzen-Drehen-Kreuzen reduzieren. Dabei ist Handfertigkeit gefragt. Erste "Hutzenstube" entstand 1977 in Roxel Anliegen der Jubilarin war es, dieses böhmische Kunsthandwerk hierzulande weiterleben zu lassen. So gründete sie 1977 - damals trat ihr Ehemann in den Ruhestand und konnte sie bei ihren Aktivitäten unterstützen - in Roxel ihre erste Klöppelstube, in ihrer Heimat "Hutzenstube" genannt. In der Folgezeit bot Friederike Voecks Klöppelkurse in Havixbeck, Gremmendorf, Gievenbeck und Greven an. Ab 1980 bis heute erteilt sie regelmäßig Kurse bei der Katholischen Frauengemeinschaft in Roxel, an der Volkshochschule Münster und im Haus der Familie.Viele Ausstellungen im Mühlenhof
Im Freilichtmuseum Mühlenhof organisiert sie seit vielen Jahren regelmäßig Ausstellungen und engagiert sich in der Ostdeutschen Heimatstube in Münster. In unzähligen Veranstaltungen und Basaren stellt sie die Kunstwerke aus und sucht dabei mit dem "Schauklöppeln" ihrer Frauen, die Besucher für die filigrane Arbeit des Klöppelns zu gewinnen.
Viele Roxeler erinnern sich noch an das Engagement der Jubilarin bei den großen Weihnachtsbasaren der Frauengemeinschaft Roxel Anfang der 1980er Jahre. Mit den Erlösen aus dem Verkauf ihrer Klöppelwaren hat Friederike Voecks hilfsbedürftige Menschen in aller Welt unterstützt.
Dankesmedaille der Sudentendeutschen Landsmannschaft Seit mehr als 30 Jahren treffen sich einmal in der Woche im Pfarrheim St. Pantaleon Frauen, um gemeinsam mit der Jubilarin zu klöppeln. In dieser Runde sind Konversation und gegenseitige Hilfe in vertrauensvollem Miteinander von großer Bedeutung.2001 verlieh die Sudetendeutsche Landsmannschaft Friedrike Voecks eine Dankesurkunde mit Medaille.























