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Medienhaus Lensing
06.08.2009 17:48 Uhr
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Autor im Gespräch: Hermann Mensing ist ein Blogger der ersten Stunde

ROXEL Im März veröffentliche der Roxeler Schriftsteller Hermann Mensing seinen neuesten Roman „Pop Live“ und schon arbeitet er wieder an seinem nächsten (noch geheimen) Werk.Von Christiane Schräder

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Der Roxeler Autor Hermann Mensing brachte im März sein neues Buch heraus und arbeitet bereits an einem weiteren (noch geheimen) Werk. (Foto: Schräder)

Romane zu „basteln“ ist dabei zwar nicht sein Ding. Im Internet bloggen, twittern und per Google-Maps nach geeigneten Handlungsorten zu forschen schon eher. Doch passt diese neue Art des Schreibens überhaupt zu einem Autor der „Generation Pop“? Eine Generation, die häufig noch nach alter Schule ein kleines schwarzes Notizbuch für spontane Eingebungen statt eines modernen ipods nutzt?

Der 1949 geborene Autor verriet jetzt bei einem MZ-Gespräch, wie viele neue Möglichkeiten die Computerwelt ihm bringt. Denn er weiß: „Literatur ist nicht nur das, was man zwischen Buchdeckeln findet. Häufig findet man sie an Orten, an denen man sie nicht vermutet hätte.“

Texte und Gedichte

Deshalb ist Hermann Mensing auch ein Blogger der ersten Stunde, veröffentlicht seit fast zehn Jahren regelmäßig kleine Texte und Gedichte auf seiner Homepage. Täglich zwitschert er zudem im Internet-Forum „Twitter“. Sein neuer Roman „Pop Live“ ist jedoch kein weiteres Jugendbuch wie ungefähr 90 Prozent seiner bisherigen Werke. „Es ist ein Buch für Leser“, sagt Mensing. Denn wenn Literatur fundiert sei, spräche sie nicht nur bestimmte Leute an, so der in Roxel wohnhafte Autor.

Autobiografisch

In einer Rezension wäre sein Buch als „kluges Männerbuch“ bezeichnet worden. Mensing bezeichnet „Pop Live“ aber lieber als die Geschichte dreier Männer über mehr als drei Jahrzehnte betrachtet. Auf die Frage, ob sein Roman autobiografisch sei, da eine der drei Hauptfiguren aus dem Münsterland stammt, antwortet er augenzwinkernd: „Meine Bücher sind immer autobiografisch. Sie wurden ja auch nicht von einem Automaten geschrieben. Sonst wären es ja Automaten-Biografien.“

Vorzüge neuer Medien

„Pop Live“ hätte daher „natürlich irgendeinen autobiografischen Bezug.“ Auch sei er bereits in vielen Städten, an denen sein Roman spielt, schon selbst einmal gewesen. Es würde aber auch einige Orte in seinem Roman geben, die er sich bei Google Maps angeschaut habe. „Das geht wunderbar“, lobt er die Vorzüge der neuen Medien.

Lieber klassisch

Ein E-Book hat er bislang noch nicht gelesen. Da mag er´s lieber klassisch und Strom unabhängig. Seit einiger Zeit liest er „Die Insel des zweiten Gesichts“, ein dickes Buch von Albert Viguleis Thelen voller „lebenspraller Geschichten.“ Es spielt auf Mallorca und handelt von einem Migranten und Schriftsteller, dessen Hoffnungen sich zerschlagen und der (übrigens genau wie Mensing) unterschiedlichste Berufe ausgeübt hat. Es würde aber auch tolle Überlegungen zur Art, wie man Geschichten plant, enthalten. Denn Vigulais plant nichts, er nennt es basteln, so Mensing.

Kein "Bastler"

„Roman-Bastler“ will Mensing auf keinen Fall genannt werden. Vielmehr habe er ein Grundkonstrukt im Kopf und den Gedanken, „da mache mal ´ne Nummer raus“. Dann hieße es aufpassen. Doch: „Ich hab ein gutes Timing für den richtigen Zeitpunkt, spiele schließlich Schlagzeug...“ Der Rest sei dann Arbeit und Erfahrung.


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