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Medienhaus Lensing
15.05.2011 20:56 Uhr
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Fußball-Landesliga: 3:1 gegen Gemen: TuS Hiltrup feiert den Aufstieg

Münster Das Feuerwerk mit Abpfiff hatte der TuS Hiltrup dem großen Nachbarn voraus. Als der Aufstieg um 16.49 Uhr besiegelt war, gingen einige bunte Knaller in die Luft. Das war dem SC Preußen vor neun Tagen nicht vergönnt. Ansonsten fiel die Feier am Osttor natürlich etwas kleiner aus. Die Freude bei den Beteiligten war aber gleichsam riesig. Der größte Sportverein Münsters hat sein Flaggschiff nach zwei Jahren Landesliga wieder eine Klasse höher positioniert.Thomas Rellmann

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Die Hiltruper stellen sich zum Foto für die Ewigkeit. (Foto: Witte)

Ganz überraschend kam dieser Titel nicht. Der Glaube daran hatte sich im Verlauf der Saison immer mehr verfestigt. Nach dem entscheidenden 3:1 (0:0) gegen Schlusslicht Westfalia Gemen entlud sich gestern aber alles, die Emotionen prasselten nur so auf den Rasen. Da trug Tim Hagedorn den kleinen Brasilianer Whitson auf Schultern. Da gönnte sich Marcel Kirchhoff, der quasi aus dem Australien-Urlaub kommend aufgrund der Verletztenmisere zum Abwehrchef aufstieg, einen Riesenschluck Gerstensaft aus dem überdimensionalen Krug.

Da gaben die aufstiegserfahrenen Martin Lambert und Daniel Bothen die Einheizer und rief Sturmrackerer Ulrich Kockmann lauthals: „Wo bleibt das Bier?“ Weder Coach Thomas Fuchtmann noch Kapitän a. D. Yannick Gieseler konnten der obligatorischen Kaltgetränk-Dusche entrinnen. Und Oliver Logermann flitzte in Shorts einmal quer über den Rasen.

Ein echtes Siegergen

Der TuS ist wieder da, hat den Betriebsunfall Abstieg nach zwei Jahren repariert. Endlich wieder Westfalenliga. In seiner ersten Spielzeit hat Fuchtmann die Mission, für die ihm der Klub zwei Jahre Zeit gab, direkt erfüllt. „Hoffentlich können wir bald wieder die Nummer zwei der Stadt sein“, blickte der Erfolgscoach nach seiner dritten Meisterschaft seit 2008 nach vorn. „Diese Mannschaft hat ein Siegergen, wir haben viele Spiele knapp gewonnen.“

Es war prägnant fürs Team, dass es viele Partien spät entschied, drehte oder zumindest an schlechten Tagen einen Punkt rettete. Auch gegen Gemen war das wieder so eine Sache. 0:1 lag der haushohe Favorit Mitte der zweiten Hälfte hinten, dann kam ihm die Ampelkarte gegen Westfalias Philipp Risthaus zu Pass. Also schlug der Meister in Überzahl noch drei Mal zu. Und irgendwie war’s typisch, dass Kockmann das zweite und dritte Tor einleitete, während sein abgebrühter Sturmpartner Matthias Gerigk vollstreckte. Der war übrigens genau wie Ausgleichsschütze Whitson eingewechselt worden. Ein glänzendes Händchen von Fuchtmann, dem sicher ein riesiger Anteil an dieser Saison gehört.

Kleine Rückschläge

Die Pole-Position gab der Meister eigentlich seit dem Herbst nie aus den Fingern, kleinere Stolperer gestattete der Coach mit Blick aufs eigene Lazarett. Doch Rückschläge in den Ergebnissen wie auf personeller Ebene brachten die Blau-Weißen nie aus dem Takt. Ebenso wenig die Konkurrenz, die relativ früh aufsteckte. So überraschend ist es also nicht, dass Platz eins schon am drittletzten Spieltag feststeht.

Die nächsten Ziele hat Fuchtmann, der es selbst kaum erwarten kann, die Westfalenliga zu betreten, fest vor Augen. „Wir müssen uns weiter entwickeln als Mannschaft, aber auch im Drumherum. Auch wenn das in Hiltrup schon einzigartig ist.“ Vor der Saison brachte er neben diversen Spielern auch ein neues System ein. Jetzt wird der Cut vermutlich kleiner ausfallen. Der Stamm bleibt am Ball, punktuelle Verstärkungen gibt es bereits (Alexander Nowitzki, Sören Velling), weitere – höherklassig erfahrene – kommen.

TuS ist gerüstet

Der TuS als Verein ist gerüstet, gerade auch finanziell, für den nächsten Anlauf in der sechsten Liga. Die Jugend floriert, es drängen mehr und mehr Eigengewächse ins Rampenlicht. Abteilungsboss Herrmann Bördemann richtete direkt nach Spielschluss ein paar Worte an die Truppe: „Ihr habt das Projekt erfolgreich zu Ende gebracht, weil ihr ein tolles Team seid.“ Für Fuchtmann lag das Rezept noch ein wenig tiefer: „Die Jungs waren immer sehr selbstkritisch. Und sie sind zusammengerückt, als es personell schwer wurde. Es gab keine Grüppchen. Die Erfahrenen haben zudem viele Tipps gegeben.“

Dass sich die Mannschaft am Sonntag nach guter Anfangsviertelstunde so schwer tat, fiel später nicht mehr ins Gewicht. Fuchtmann: „Wir wussten um Gemens Qualität, aber irgendwann war dann eine Blockade da. Zum Glück haben die Wechsel so gepasst.“ Und wie. Da konnte der Sportliche Leiter Rolf Neuhaus jubilieren: „Der TuS ist wieder da, wo er hingehört.“ Und von wo er sich nicht mehr so schnell vertreiben lassen will.

TuS:  Böcker - Stöpel, Kirchhoff, Ziegner, Lambert - Hagedorn, Kleine-Wilke - Hoeveler (46. Whitson / 83. Fröbel), Paton - D. Bothen (70. Gerigk), Kockmann
Tore: 0:1 Heinze (52.), 1:1 Whitson (70.), 2:1 Gerigk (73.), 3:1 Gerigk (85.)
Gelb-Rot: Risthaus (Gemen/67.)


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