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Medienhaus Lensing
06.11.2011 20:33 Uhr
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Fußball: Westfalenliga: Hiltrup dominiert erfolglos

MÜNSTER Eine Insolvenz ist nicht in Sicht. Auch ist der SV Spexard nicht abgeschlagener Letzter der Westfalenliga. Es gab also eigentlich keinen Grund für den TuS Hiltrup, die Gütersloher Gäste zu beschenken. Dennoch überwies die großherzige Mannschaft von TuS-Trainer Andree Kruphölter bei der 0:3 (0:2)-Heimpleite die drei Punkte auf das Spendenkonto der mittellosen Gäste. Der Verwendungszweck: Aufbauhilfe Ostwestfalen.Von Pjer Biederstädt

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Christoph Lübke musste mit dem TuS Hiltrup eine 0:3-Pleite gegen Spexard hinnehmen. (Foto Tronquet)

Der TuS dominierte die Partie gegen schwache Gäste in allen Belangen und stand am Ende dennoch mit leeren Händen da. In Zahlen: Null zu Drei. Wie so etwas geht? Ganz einfach: Man nehme 16 beste Torchancen und platziere den Ball jeweils möglichst kreativ über und neben dem Tor. Wenn das misslingt, schieße man einfach an die Latte. Dann rühre man zwei unglaublich kapitale Böcke unter, die den Gegner aufbauen. Abgerundet wird das Solidaritätszubrot für bedürftige Spexarder Ballkünstler durch eine Selbstdezimierung per Tätlichkeit. Fertig ist das Care-Paket.

Hiltrup dominant

Der Reihe nach: Nach drei Minuten weckte Sven Kleine-Wilke die Gäste per Lattenknaller. Der SVS überhörte das Signal, drehte sich verschlafen noch einmal um. Der Beweis: Die nachfolgende Ecke durfte Patrick Günner unbehelligt daneben köpfen.

30 Minuten ging das so: Hiltrup spielte mit facettenreichen Aufbauvarianten gefällig nach vorn. Gut, Oliver Logermann hing in der Spitze noch etwas in der Luft, Rechtsfuß Dennis Hoeveler verpasste auf der linken Seite ein paar Mal das finale Zuspiel, aber es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich die Schlange das Kaninchen greifen würde.

Aussetzer von Hagedorn

Doch die Schlange gönnte sich ein verheerendes Nickerchen. Der eigentlich gute Tim Hagedorn spielte einen Pass genau in die Schnittstelle der Innenverteidigung. Der Haken an der Sache: Es war ein Rückpass in die eigene Abwehr. „Wenn diesen Zuckerpass ein Spexarder spielt, wird der zwei Wochen gefeiert“, sagte Kruphölter später.

Kamil Orhan nahm das Geschenk zum 1:0 dankend an (36.). Doch nicht genug aus der Hiltruper Präsentabteilung: Direkt nach Wiederanstoß ließ sich der TuS den Ball stiebitzen. Der SVS kam über drei Stationen bis vor Lükes Kasten, am Ende stand Tim Maruschke – 0:2 (38.). Fußball paradox: Hiltrup diktierte, Spexard führte.

Paton sieht Rot

Nach der Pause kamen A-Junior Jan Kniesel für Hoeveler und Guvnald Herdin für Ulrich Kockmann ins Team. Besonders Kniesel zeigte auf zentraler Position gute Aktionen. Robin Paton hatte sich weniger Lob verdient. Am Rande des Geschehens trat der Brite nach, sah glatt Rot (61.). Auch in Unterzahl leistete Hiltrup weiter Aufbauarbeit, Kayhan Kaya erhöhte auf 3:0 (85.).  

Das sagte Trainer Andree Kruphölter: „Das war Fußball paradox. Wir haben spielerisch überzeugt, aber hatten große Probleme, den Ball ins Tor zu schießen. Ich habe 16 Torchancen notiert, aber wir hätten auch die nächsten 16 nicht im Kasten untergebracht. Die Abschlussschwäche und die zwei haarsträubenden Fehler, die Spexard ins Spiel geholt haben, waren ausschlaggebend für diese Niederlage, die bitterer nicht sein könnte. Die Rote Karte gegen Robin Paton war dann das i-Tüpfelchen. Aber ich werde nicht unruhig und glaube an die Mannschaft. Irgendwann wird der Knoten vor dem Tor platzen.“



TuS: Lüke - Gorzon, Günner, Ziegner, Lübke - Kleine-Wilke, Hagedorn - Paton, Kockmann (46. Herdin), Hoeveler (46. Kniesel) - Logermann (60. Whitson)

Tore: 0:1 Orhan (36.), 0:2 Maruschke (38.), 0:3 Kaya (85.)

Rot: Paton (61.)


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