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600 Menschen demonstrieren in Münster gegen die Atompolitik der Energieriesen
Von Michael Billig am 25.04.2009 14:39 Uhr
MÜNSTER Von der Straße wollen Atomkraftgegner Druck auf die Atomlobby ausüben. Zur Demonstration am Samstag in Münster hatten sie 1500 Teilnehmer erhofft. Tatsächlich sind nach Polizeiangaben nur 600 zur Abschlusskundgebung auf den Prinzipalmarkt gekommen. Ihre Feindbilder sind RWE, EON, Vattenfall und EnBW.
Demonstranten auf dem Prinzipalmarkt und eine starke Symbolik:Fässer mit Atommüll sowie der kleine Nachbau eines Reaktors.
Foto: Bilig
Diese Konzerne gelte es zu zerschlagen, sagte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen lautstark durchs Mikrofon. Die vier Energieriesen würden einzig aus Profitgründen ihre Atomkraftwerke nicht abschallten wollen, lautete die Kritik der Atomkraftgegner. Sie forderten die schwarz-gelbe Landesregierung zum Handeln auf. Eickhoff prophezeite jedoch, dass nach der Landtagswahl wieder ein Atommülltransport durchs Münsterland fahren werde. Und er kündigte an: "Das wird nicht ohne unseren Widerstand geschehen." Als erste müsse die Atomanlage in Gronau dicht gemacht werden. Mit Beifall und dem Getöse aus Trillerpfeifen drückten die Demonstranten ihre Zustimmung aus. Laut Polizei verlief die Demo friedlich.

Die Atomkraftgegner haben sich auf dem Hindenburgplatz versammelt. Die Polizei begleitet die Demo.
Foto: Billig
Vorgetäuschte Reaktorsprengung am Hindenburgplatz

Zur offziellen Auftaktveranstaltung auf dem Hindenburgplatz hatten sich schätzungsweise 400 Demonstranten eingefunden. Dort erlebte der Protest ungewöhnliche Ausdrucksformen. So stellte die Greenpeace-Gruppe Münster die Sprengung eines Atomreaktors nach: Gestalten in Schutzanzügen und Atemmasken sprangen herum, über Lautsprecher ertönte ein Knall. Plötzlich lagen einige Demonstrationsteilnehmer auf dem Asphalt, taten so, als seien sie tot. Dann war der Spuk vorbei und der Demonstrationszug marschierte mit angeleinten Luftballons und wehenden Fahnen durch die Innenstadt zum Prinzipalmarkt.


Auf dem Fahrrad beginnt die Anti-Atomkraft-Demo in Münster.
Foto: Billig
Protest auf dem Fahrrad

 Die ersten rund 100 Demonstranten hatten sich bereits um 10 Uhr vor dem Hauptbahnhof in Münster versammelt. Mit einem Fahrradkorso durch die Innenstadt waren sie in den heutigen Demo-Tag gestartet. Derweil hatten sich einzelne Gruppen von Atomkraftgegnern auch zu Fuß auf den Weg zum Hindenburgplatz begeben.

Start an dem Ort, wo die Atommülltransporte durchfahren

  Der Bahnhof habe einen negativen symbolischen Charakter. Mit diesen Worten hatte Matthias Eickhoff die versammelten Fahrradfahrer auf die Demo-Tag eingeschwört.  "Hier fahren die Atommülltransporte durch." Seine Forderung: "Urananreicherungsanlagen abstellen - sofort." Applaus der Demonstranten. Wenig später hatte sich der Fahrradkorso in Bewegung gesetzt.

  Ein Bündnis aus Anti-Atomkraftgruppen, darunter die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, hatte zu der Demonstration in Münsteraufgerufen.
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