Fabriktheater: Geschafft! "Footloose" feiert Premiere
WETTRINGEN Ein Tanzverbot? In ihrer Stadt – kaum zu glauben für Colin. Sie hat einen alten Kassettenrecorder auf dem Dachboden gefunden, an den sich ihr Papa noch gut erinnern kann, denn er stammt aus der Zeit, als das Tanzen in Bomont noch verboten war. Und die Geschichte muss der Papa ihr doch mal genau erzählen.
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In dem Prolog ist ein alter Bekannter dann doch kurz auf der Bühne zu sehen, obwohl er in diesem Jahr eigentlich im Hintergrund die Fäden ziehen wollte: Regisseur Roland Busch. „Ich kann es einfach nicht lassen“, gibt er lachend zu. Mit der kleinen Rieke Rusteberg spielt er die Eröffnungsszene, die den Zuschauer schnell in die 80er Jahre entführt.
Tristesse und Spießigkeit
Stand Musik, Liebe und hemmungsloser Spaß bei den 68er Hippies im Central Park bei „Hair“ noch auf der Tagesordnung, sieht es im spießigen Bomont der 80er Jahre zunächst eher trist und spießig aus. Der strenge Reverend Shaw Moore, scheinbar völlig gefühllos (toll dargestellt von Norbert Hoof), hat hier das Sagen und verbietet den Gemeindemitgliedern öffentlich zu tanzen.
Doch einer tanzt wörtlich aus der Reihe und wirbelt dabei nicht nur ordentlich Staub, sondern auch Gefühle auf: Der junge Ren McCormack aus Chicago (stark: Chrys Chambers). Der eh schon rebellierenden Pfarrerstochter Ariel (frech gespielt von Ines Herder), die eigentlich noch die Freundin von Biker Chuck ist, verdreht der singende und tanzende Junge schnell den Kopf.
Alkohol und Rockmusik sind Schuld
Dies passt dem eigentlich nur besorgten Herrn Papa gar nicht, kann er schon den prügelnden Chuck nicht leiden. Doch spielt er nicht mutwillig die Rolle des „Bösewichts“, der „Spaßbremse“. Es ist der Tod seines Sohnes, der aus dem Kleinstadt-Reverend einen verbitterten und strengen Mann gemacht hat. Die Schuld gibt er dem Alkohol und der Rockmusik. Nicht einmal seine Frau scheint mehr zu ihm durchdringen zu können.
Doch zeichnet sich auch dieses Musical wieder durch seinen Facettenreichtum aus. Denn es darf und kann viel gelacht werden. Besonders wenn der übertrieben schüchterne Willard (klasse gespielt von Christian Hils) versucht seiner geschwätzigen Angebeteten Rusty näher zu kommen.
Facettenreicher Durchbruch der Generationsbarrieren
Was auf den ersten Blick wie eine typische amerikanische Teenager-Story aussieht, zeigt sich später jedoch noch als facettenreicher Durchbruch der Generationsbarrieren.

















