Bau- und Umweltausschuss: In der Goethestraße weicht die Linde der Buche
NEUENKIRCHEN Im Schatten der Linde so manchen süßen Traum zu träumen, darauf können die meisten Anlieger der Goethestraße gut verzichten. Der Baum, der im Lied "Am Brunnen vor dem Tore" oder von Minnesängern romantisch besungen wird, ist für die Bewohner an der Goethestraße eher ein Graus.
Im Rat saß zur Etatverabschiedung kein Zuhörer. Dagegen verfolgten viele Bürger interessiert die Diskussion im Bauausschuss über die Fällaktion der Linden.
(Foto: Spellmeyer)Sie sind froh, dass in die Rinde keine Herzen geschnitten werden, sondern die Kettensäge der Romantik ein jähes Ende bereiten wird. Kurz gesagt: Die meisten Linden kommen weg.
Linden sind ungeeignet
Nur zwei der 20 Bäume, die auch von Imkern geschätzt werden, dürfen stehen bleiben, weil sie von den unmittelbaren Anliegern der Hölderlinstraße 8 und Goethestraße 52 geschätzt werden.
Die übrigen Bewohner stehen den Linden ganz nüchtern gegenüber und pflichten Bauamtsleiter Karl Wening bei. "Die Wurzeln der Mauern können die Gartenmauern beschädigen und das Pflaster anheben." Die Bäume seien ungeeignet, das sie flach wurzeln würde.
Angst vor Kosten
Die Gemeinde hat Angst, dass sie irgendwann den Schaden bezahlen muss, den die Straßenbäume verursacht haben. Zumal die Anlieger nicht gefragt wurden, als man die Bäume pflanzte. Das liegt jetzt 15 Jahre zurück.
Die Umweltbeauftragte Petra Dettmann, die auf der letzten Fachausschusssitzung geschwiegen hatte, äußerte sich jetzt kurz: "Es ist schade um die Bäume." Unter den Politikern im Bau- und Umweltausschuss herrschte über die Fällaktion am Dienstag geteilte Meinung. Die CDU unterstützte die Anlieger: "Gegen den Willen der Anlieger die Bäume stehen zu lassen, funktioniert nicht." Zudem müsse man damit rechnen, dass es zu Schädigungen komme.
Alternative Obstbäume?
Manfred Krüger (Grüne) schlug eine Alternative zu den Säulenhainbuchen vor, die anstelle der Linden gepflanzt werden sollen: "Vielleicht gehen auch Obstbäume. Die haben noch einen Nutzwert."
Die Gemeinde hat sogar einen Baumgutachter beauftragt, der Aussagen über die 20 Linden fällen sollte. "Aber aus dem Gutachten geht nicht hervor, ob die Linden die Schäden verursachen", erklärte Peter-Ulrich Wiesmann. Der Fachmann halte das Fällen der Bäume für nicht notwendig.
Die Kurve kriegen
Christoph Holtkamp (UWG) kritisierte Bürgermeister Franz Möllering. "Sie hatten einmal gesagt, dass man Naturressourcen unbedingt erhalten sollte. Jetzt gehen sie mit schlechtem Vorbild voran", sagte er.
Nach langer Diskussion war klar: Die 20 Bäume werden gefällt. "Wir sollten endlich die Kurve kriegen", sagte Nico von Royen. Schließlich rede man hier nicht über 100 Jahre alte Bäume, sondern über Linden, die nicht einmal ortsbildprägend seien.













