Blockheizkraftwerk: Wie aus Gas Wärme und Strom wird
NEUENKIRCHEN Es ist der Idealfall für ein Kraftwerk: Selbst erzeugtes Gas wird in Strom und Wärme umgewandelt. Ein neues Power-Paket steht seit einem halben Jahr an der Kläranlage. Es ist das einzige Blockheizkraftwerk, das die Gemeinde betreibt.
Reinhard Schepers, Elektriker an der Kläranlage, und Anke Sievers, Dipom-Ingenieurin vom technischen Bauamt, erläutern die Arbeitsweise des Blockheizkraftwerkes an der Kläranlage. (Foto: Klaus Spellmeyer)
Zehn Prozent mehr Gas
Die beiden Experten versuchen, mehr aus der Anlage zu kitzeln. Seit Donnerstag mischen sie dem Faulschlamm eine Substanz (Tensid) bei. "So wollen wir zehn Prozent mehr Gas erzeugen", sagt Anke Sievers. Dieser Versuche läuft erst einmal sechs Monate.
Am Donnerstag wurde auch ein geeichter Stromzähler im Klärwerk installiert. "Denn wir bekommen auch Zuschuss für Strom, den wir selbst benötigen und nicht ins öffentliche Netz stellen."
CO²-Gehalt wird vermindert
Das heißt: Der Faulschlamm, der bei einer Kläranlage immer anfällt, erzeugt Gas. Mit diesem Gas wird ein kleines Kraftwerk betrieben, das neben Wärme auch Strom erzeugt, mit dem Teile der Kläranlage betrieben werden. Und dieser selbst erzeugte und verbrauchte Strom wird vergütet mit 5,1 Cent je Kilowattstunde. Dieser Öko-Strom vermindert den CO²-Gehalt um rund 380 Tonne pro Jahr.
Weg für Fernwärmeleitung ist zu lang
Gern würden Anke Sievers und Reinhard Schepers ein Teil der erzeugten Wärme ans Freibad abgeben. "Der Weg für die Fernwärmeleitung ist aber zu lang", bedauert Anke Sievers. Vom Klärwerk bis zum Freibad sind es rund 1,4 Kilometer und jeder Meter Fernwärmeleitung kostet 300 Euro. "Das rentiert sich nicht", meint Anke Sievers.














