Gymnasien organisieren Turbo-Abi: Der Weg zum Abi: Erst getrennt oder gleich einsam?
RHEINE Durchaus unterschiedliche Wege gehen Rheines Gymnasien bei der Organisation der jetzt beginnenden entscheidenden Phase des Abiturs in acht Jahren (G8, „Turbo-Abi“). Mit Beginn des neuen Schuljahres treten nämlich nicht nur die bisherigen Zehntklässler (G9) in die Einführungsphase der Oberstufe ein, sondern auch die bisherigen Neuntklässler, die ja bereits nach der Jahrgangsstufe 12 ihre Hochschulreife bekommen sollen. Und das führt zu Problemen.
Das Kopernikus-Gymnasium in Rheine. (Foto: Dieter Huge sive Huwe)
Herbert Huesmann ist Rektor am Traditionsgymnasium Dionysianum und erläutert das Konzept, das hier verfolgt wird: „Wir unterrichten grundsätzlich in getrennten Kursen – also nicht nur in den Fächern wie Deutsch, Mathe und Englisch, in denen dies zwingend vorgeschrieben ist.“
Herausforderung
Die G8-Schüler an das vorgeschriebene Wissen fürs Abi heranzuführen, könne so besser gelingen. „Wir haben es hier aber mit einer singulären Situation zu tun“, macht Huesmann auch deutlich, dass die G8-Schüler durchaus vor einer großen Herausforderung stehen. Durch die aufeinander abgestimmten Kurse soll die „Harmonisierungsphase“, der G8- und G9-Schüler aber gelingen, damit beide Jahrgänge im Jahr 2013 gemeinsam das Abitur schaffen können.
Am Kopernikus-Gymnasium setzt man formell auf ein so weit wie möglich differenziertes Kurssystem für die G8- und die G9 Schüler. Vertiefungskurse sollen die bisherigen Neuntklässler auf Klausuren und aufs Abi vorbereiten.
Kommunikation
Ebenso wichtig ist Tasso Eichel, dem Rektor des Kopernikus-Gymnasiums, aber auch, den G8-Schülern zu vermitteln, dass ihre Situation auch den Lehrkräften bekannt ist. Bei den meisten Kollegen sei dieses Bewusstsein für die gänzlich neue Situation der Schüler vorhanden. „Den Schülerinnen und Schülern müssen wir Gesprächsangebote machen. Schüler und Eltern müssen wissen, dass wir auf mögliche Schwierigkeiten eingehen wollen“, redete Eichel einer offenen Kommunikation das Wort.
Beratung und Transparenz seien ganz wichtig in der Umstellungsphase. Jahrgangsstufenleiter, Tutoren und auch Vertrauenslehrer seien Ansprechpartner. „Eine vernünftige Lernatmosphäre ist ganz wichtig. Und die erzeugen Sie nicht auf Knopfdruck“, weiß Eichel um die Schwierigkeiten, die der gemeinsamen Unterrichtung zweier Jahrgänge inne wohnen.











